Entlassungen trotz Kurzarbeit 2010 wohl nicht zu vermeiden
(ddp-rps). Der Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU), Dr. Gerhard F. Braun, rechnet im kommenden Jahr trotz der Verlängerung des Konjunkturpaketes mit einem Arbeitsplatzabbau in vielen Branchen. Vor dem Hintergrund der Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit, dass frühestens 2013 wieder das Wirtschaftsniveau von vor der Krise erreicht werde, sei es «sehr unwahrscheinlich, dass wir dauerhaft weitere Entlassungen werden vermeiden können», sagte Braun in Mainz im ddp-Interview.
«Auch wenn die Zahlen langsam wieder nach oben weisen, sind wir noch immer weit unterhalb des Niveaus von Mitte 2008», sagte Braun. Die Wirtschaftskrise sei besonders für bestimmte Wirtschaftszweige im verarbeitenden Gewerbe nicht eben glimpflich verlaufen. «Weite Teile der Industrie beklagen Umsatz- und Auftragseinbrüche von bis zu 50 Prozent.» Angesichts dessen sei der bisherige überwiegende Verzicht auf Entlassungen «ein bemerkenswerter Kraftakt der Unternehmen»,sagte Braun.
Ein weiteres Konjunkturpaket, wie die Gewerkschaften es fordern, um die Wirtschaft auch 2010 zu stabilisieren, lehnt Braun ab. «Der Staat hat viel getan - aus heutiger Sicht würde ich sagen: genug», sagte Braun. Jede Konjunktur stützende Maßnahme des Staates müsse besonders kritisch abgewogen werden, da spätere Generationen dafür aufkommen müssten.
Zu dem neuen Arbeitsmarkt-Programm, das die LVU gemeinsam mit dem DGB und dem Arbeitsministerium plant, sagte Braun: «Wir haben aktuell viel zu viel Arbeitsmarktinstrumente. Hier gilt es zunächst einmal, aufzuräumen.» Das Programm soll das umstrittene Betriebsräteinformationssystem ersetzen, mit dem Betriebsräte die Landesregierung über die Situation in ihren Unternehmen unterrichteten.
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Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Nachrichtenagentur ddp.