05.07.2010: RPR1.-Interview 

RPR1.: Herr Braun wie bewerten Sie die Entscheidung aus Berlin?  

Dr. Gerhard F. Braun: Das ist sehr enttäuschend. Es ist ein Schlag, sowohl für die Versicherten als auch für Arbeitgeber im Lande. Die Versicherten und die Arbeitgeber müssen mehr zahlen, müssen tiefer in die Tasche greifen. Es ist eigentlich vereinbart gewesen in der Koalitionsvereinbarung, dass die Regierung sich um eine grundsätzliche Reform des Gesundheitswesens kümmert. Es ist nichts geschehen. Es wird überhaupt keine Reform angegangen. Das wurde ja offiziell so auch verkündet, sondern man hat lediglich die Gebühren erhöht.      

RPR1.: Was hat das denn für Auswirkungen aus Sicht der Unternehmer in Rheinland-Pfalz?  

Dr. Braun: Das wird negative Auswirkungen haben, weil damit die Arbeitskosten steigen, d.h. wir sind jetzt gerade nach einer sehr schweren Wirtschaftskrise in einer Phase des leichten Aufschwungs, wo man eigentlich Mitarbeiter einstellen würde. Wo man aber darauf angewiesen ist, dass die Kosten nicht zu hoch werden und diese Maßnahme wird die Arbeitskosten erhöhen und es ist zu befürchten, dass nicht nur die Gesundheitskosten steigen sondern auch z.B. die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.      

RPR1.: Anderseits, wir wissen ja alle, die Menschen werden immer älter. Das Geld der Krankenkassen reicht hinten und vorne nicht mehr. Was also sollte die Regierung ihrer Meinung nach tun?  

Dr. Braun: Wir haben darauf gehofft, dass die Regierung sich zu einer grundsätzlichen Reform des Gesundheitswesens durchringt. Es gibt eine ganze Reihe von Effizienzreserven im Gesundheitssystem. Es wurde vorgeschlagen eine sogenannte Kopfpauschale einzuführen, da haben wir große Hoffnungen hineingesetzt, damit wäre Wettbewerb in das System gekommen. Effizienzreserven hätte man heben können. Also Geld nicht ausgegeben, was nicht ausgegeben werden muss. An dieser Front macht die Regierung überhaupt nichts.      

RPR1.: Also sie fordern es muss vor allem gespart werden?  

Dr. Braun: Es ist nachvollziehbar, dass das Gesundheitswesen nicht günstiger wird, weil wir alle älter werden und wir wissen alle im zunehmenden Alter steigen die Kosten der Gesundheit, aber in einer solchen Situation muss ich versuchen alle Reserven aus dem System zu mobilisieren. Ich muss versuchen Wettbewerb in das System zu kriegen, damit die Kosten auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Da geschieht nichts.

 

Die Zukunft des Elektroautos

Unsere Mitgliedsverbände
Loading problems.

Mitgliederservice



Pressemitteilungen
LVU-Präsident Braun zum Defizit in 2011
[mehr]
LVU-Präsident Dr. Braun: „Die Politik sollte die Quelle weiter sprudeln lassen.“
[mehr]
LVU-Präsident Dr. Braun: "Rente mit 67 ist unverzichtbar"
[mehr]
Dick und Simon: Mindestlöhne vernichten Jobs
[mehr]
Wassercent: Sorge um Wirtschaftsstandort
[mehr]
RSS Feeds von Xing
XING
Die neuesten Forenbeiträge in XING-Gruppe "Wirtschaft in...

Die Entwicklung der Auftragslage in der Elektroindustrie wird nach ZVEI-Angaben derzeit vor allem durch Bestellungen aus dem Inland getragen. Insgesamt blieben die Auftragseingänge im Dezember...
Rheinland-Pfalz hat im vergangenen Jahr zwei Milliarden Euro neue Schulden gemacht. Das ist deutschlandweit der höchste Wert nach Nordrhein-Westfalen mit 2,9 und Niedersachsen mit 2,5...
Der Internet-Versandhändler Amzon baut ein 110.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Koblenz. Die Millionen-Investition schafft bis zu 1000 feste und bis zu 1000 saisonale Stellen. Mehr...
Volltextsuche