Frage: Herr Dr. Braun, was halten Sie vom Girls Day als Unternehmer?
Dr. Gerhard F. Braun: Ich finde die Idee gut, wir unterstützen das auch seit vielen Jahren, weil wir sehen, dass junge Frauen sich schwer tun, sich mit technischen Berufen anzufreunden. Von daher ist es eine gute Gelegenheit, dass junge Frauen auch einen Zugang zur Technik bekommen.
Frage: Konnte beim Girls Day denn wirklich schon mal ein Kontakt geknüpft werden?
Dr. Braun: Absolut! Wir haben bereits einen Fachkräftemangel und der wird größer werden und daher müssen wir das Potenzial was in den jungen Frauen steckt, gerade für die technischen Berufe, stärker fördern. Das fängt in der Schule an und muss dann später während der Schullaufbahn gefördert werden, dass tun wir z. B. mit dem Girls Day.
Frage: Herr Dr. Braun, warum einen Girls Day und keinen Boys Day, wobei doch offensichtlich die Jungs mehr Schwierigkeiten haben?
Dr. Braun: In der Tat haben die Mädchen die besseren Noten und machen die besseren Abschlüsse. Sie interessieren sich aber signifikant weniger für die technischen Berufe und das ist unser Problem. Sie wären gerade qualifiziert, die relativ aufwendigen technischen Studiengänge erfolgreich abzuschließen und genau diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen. Wir müssen natürlich auch dafür sorgen, dass die Jungs bessere Abschlüsse machen und interessiert in die Schule gehen.
Frage: Wie machen wir das, wenn nicht mit einem Boys Day?
Dr. Braun: Ein gewisses Problem wird sicher in der Grundschule schon dadurch gelegt, dass man dort zu, ich glaube 95 %, Lehrerinnen hat und keine Lehrer. Also hier fehlt es oft am Lehrervorbild, das hat mit Sicherheit einen Einfluss auch auf die technische Orientierung.