Arbeitsmarkt  

Der Arbeitmarkt von Rheinland-Pfalz ist neben seiner starken mittelständischen Struktur auch geprägt durch wirtschaftliche Ballungräume an und außerhalb seiner Grenzen. Dies hat einen hohen Auspendler-Saldo zur Folge - das bedeutet, dass mehr Rheinland-Pfälzer in anderen Bundesländern arbeiten als umgekehrt. Hier sind insbesondere die Kölner Bucht, das Rhein-Main-Gebiet sowie die Metropolregion Rhein-Neckar zu nennen.

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen finden Sie untenstehend. Die Daten der Vormonate halten wir außerdem in einem Archiv für Sie bereit.

 

 
 Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im April 2013 

Bild: Matthias Stoebener/pixelio.de
Bild: Matthias Stoebener/pixelio.de
  • Jahreszeitliche Einflüsse lassen Zahl der Arbeitslosen im April sinken – um gut 3.000 auf 118.600
  • Schwächere konjunkturelle Entwicklung verantwortlich für Zunahme der Arbeitslosigkeit gegenüber 2012
  • Kräftenachfrage verhalten
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm weiter zu – Dienstleistungsbereiche Stützen der positiven Entwicklung    


Die übliche Frühjahrsbelebung erreichte diesmal den rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt mit einer beträchtlichen Verspätung. Mit Beginn der Saison stellten Betriebe des Hotel- und Gastgewerbes wieder Personal ein – auch Unternehmen der Bauwirtschaft tätigten nach dem Wegfall der winterlichen Beeinträchtigungen wieder Einstellungen. Die Kräftenachfrage blieb, nach einer kurzzeitigen Belebung im Vormonat, weiter recht schwach. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm dagegen bis zuletzt zu – getragen vor allem von Dienstleistungsbranchen.

Im April 2013 waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Rheinland-Pfalz rund 118.600 Frauen und Männer arbeitslos, knapp 3.100 oder 2,5 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Diese Entspannung war nicht nur ausschließlich jahreszeitlichen Einflüssen geschuldet, sondern fiel zudem auch verhaltener als in den meisten Jahren zuvor aus.

Das Niveau der Arbeitslosigkeit lag im April 2013 spürbar höher als im Vorjahr – es wurden rund 5.700 oder 5,0 Prozent mehr Arbeitslose als vor Jahresfrist gezählt.
Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – verringerte sich von 5,8 Prozent im März auf 5,6 Prozent im April 2013. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 5,4 Prozent gelegen.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden, lag im April bei rund 155.800 Personen. Das waren 3.900 oder 2,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Nach Auffassung der Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Heidrun Schulz, zeigt sich der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt nach wie vor in einer relativ guten Verfassung. „Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist, trotz schwacher wirtschaftlicher Dynamik, bis zuletzt gewachsen. Allerdings haben sich dabei die Gewichte deutlich verschoben. Während in der Aufschwungphase vor allem das Verarbeitende Gewerbe und die Zeitarbeitsbranche für neue Arbeitsplätze sorgten, tragen nun insbesondere Dienstleistungsbranchen zu der positiven Entwicklung bei", sagte Schulz.

Die übliche Frühjahrsbelebung ist nach ihren Angaben zwar nunmehr am Arbeitsmarkt angekommen, hat aber noch nicht ihre volle Kraft früherer Jahre entwickeln können. Dadurch konnte bisher auch nur ein Teil der Winterarbeitslosigkeit abgebaut werden.

Bewegungen am Arbeitsmarkt:
Neuzugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit geringfügig stärker als vor einem Jahr – allerdings weniger Übergänge aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit – Kräftenachfrage in den ersten vier Monaten um etwa zehn Prozent niedriger als vor einem Jahr


Die Arbeitslosigkeit ist kein festgefügter Block – das zeigen einmal mehr die aktuellen Bewegungsdaten. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres haben sich rund 52.600 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet, etwa 1.000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auf der anderen Seite konnten rund 36.400 Personen die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit auch wieder beenden – das waren knapp 2.100 weniger als vor Jahresfrist.

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hat sich gegenüber den ersten vier Monaten des vergangenen Jahres merklich abgeschwächt. Von Januar bis April meldeten rheinland-pfälzische Betriebe den Arbeitsagenturen und Jobcentern rund 29.000 Stellenangebote, knapp 3.200 oder 9,9 Prozent als vor einem Jahr. Insbe-sondere im Bereich der metallbe- und –verarbeitenden Branchen sowie in der Zeitarbeitsbranche ist die Kräftenachfrage spürbar gesunken.

Zur Monatsmitte waren in Rheinland-Pfalz noch knapp 20.500 Arbeitsstellen zu besetzen, 2.400 oder 10,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Betriebe suchten insbesondere noch Betriebs- und Reparaturschlosser (400 Stellenangebote), Elektroinstallateure und –monteure (900), Köche (700), Berufskraftfahrer (700), Krankenpflegekräfte (500), Erzieherinnen (500) sowie Servicekräfte für Hotels und Gaststätten (800).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen: Frühjahrsbelebung erreichte regionale Arbeitsmärkte mit Verspätung – Rückgang der Arbeitslosigkeit in den bauabhängigen Berufen und in Berufen des Gastgewerbes Arbeitslosigkeit spürbar höher als vor Jahresfrist – vor allem Männer betroffen – wirtschaftliche Abschwächung zeigt sich am deutlichsten in Metall- und Elektroberufen  


Mit deutlicher Verspätung erreichte die jahreszeitlich bedingte Belebung in diesem Jahr die regionalen Arbeitsmärkte. Betriebe der Gastronomie, der Bauwirtschaft sowie des Garten- und Landschaftsgartenbaues stellten in den vergangenen vier Wochen wieder Mitarbeiter ein, die sie über die Wintermonate entlassen hatten. Zu beobachten war dies vor allem in den Kreisen Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel, Ahrweiler und Mayen-Koblenz. Allerdings konnte die Winterarbeitslosigkeit damit noch nicht wieder vollständig abgebaut werden.

Dass die Arbeitslosigkeit trotz der saisonalen Entspannung weiter spürbar über Vorjahresniveau lag, ist in erster Linie Ausdruck der wirtschaftlichen Abschwächung. Vor allem in den Metall- und Elektroberufen (+1.600 auf 10.200) sowie in den Verkehrs- und Logistikberufen (+800 auf 17.800) wurden mehr Arbeitslose als vor einem Jahr gezählt. Weil Männer in den gewerblich-technischen Berufen, die von der schwächelnden Konjunktur traditionell stärker als Dienstleistungsberufe betroffen sind, besonders stark vertreten sind, ist hier die Zahl der Arbeitslosen binnen eines Jahres auch stärker als bei den Frauen gestiegen. Im April 2013 waren in Rheinland-Pfalz rund 64.400 Männer arbeitslos, 4.500 oder 7,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg im gleichen Zeitraum „nur“ um 1.200 oder 2,3 Prozent auf 54.200.

Im beschäftigungsnahen Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) lag die Zahl der Arbeitslosen mit 47.300 um rund 5.800 oder 13,9 Prozent höher als vor einem Jahr. In der Grundsicherung blieb die Lage dagegen weiter stabil – gezählt wurden 71.300 Arbeitslose, gleich viele wie vor einem Jahr.

Die Regionen des Landes waren weiter unterschiedlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten wurden für den Eifelkreis Bitburg-Prüm (3,3%), den Kreis Trier-Saarburg (3,6%) und den Rhein-Pfalz-Kreis (3,7%) errechnet. Weiter deutlich über dem Landesdurchschnitt lagen die Arbeitslosenquoten der Städte Ludwigshafen (9,4%), Kaiserslautern (11,2%) und Pirmasens (13,6%).

Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter über Vorjahresstand – insbesondere Dienstleistungsbranchen stützen die positive Entwicklung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat in Rheinland-Pfalz bis zuletzt zugenommen. Nach den hochgerechneten Daten waren im Februar 2013 insgesamt 1,269 Millionen Frauen und Männer beschäftigt, 15.500 oder 1,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Folgen der konjunkturellen Abschwächung zeigen sich immer deutlicher in der Be-schäftigungsbilanz des Landes. So leistete das Verarbeitende Gewerbe – mit knapp 312.000 Beschäftigten noch immer der wichtigste Wirtschaftsbereich – zuletzt nur noch einen kleinen Beitrag zum Beschäftigungsaufbau (+200). In der Zeitarbeitsbranche, die besonders früh und besonders intensiv auf konjunkturelle Schwankungen reagiert, waren im Februar 2013 bereits deutlich weniger Arbeitnehmer tätig als vor Jahresfrist (26.600 – minus 2.600 zum Vorjahr).

Dass es dennoch mehr Beschäftigte als vor einem Jahr gab, ist in erster Linie den Dienstleistungsbereichen geschuldet. Im Bereich Erziehung und Unterricht (+3.600 auf 53.900), bei unternehmensnahen Dienstleistern (+3.400 auf 101.800), im Handel (+2.800 auf 182.700) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+2.100 auf 177.500) ist die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen zwölf Monaten noch deutlich gestiegen.  

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)  

 
 Archiv: Arbeitsmarktdaten für Rheinland-Pfalz 

Sie finden hier - nach Jahren und Monaten aufgeschlüsselt - die ausführlichen Arbeitsmarktberichte der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

2013

März / Februar / Januar


2012

Zusammenfassung 2012 / Dezember / November / Oktober / September / August / Juli / Juni / Mai / April / März / Februar / Januar


2011

Zusammenfassung 2011 / Dezember / November / Oktober / September / August / Juli / Juni / Mai / April / März / Februar / Januar

2010:


Dezember / November / Oktober / September / August / Juli / Juni / Mai / April / März / Februar / Januar

2009:

Dezember / November / Oktober / September

 

Unternehmertag 2012: Rede Oettinger

Unsere Mitgliedsverbände
Loading problems.

Mitgliederservice



Pressemitteilungen
„Die Senkung des Rentenbeitrags ist richtig“
[mehr]
"Verdienst der Unternehmen und ihrer Belegschaften“
[mehr]
Schweigeminute für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt
[mehr]
LVU-Vorstand trifft Leitung der Evangelischen Kirchen
[mehr]
LVU-Präsident Braun zum Defizit in 2011
[mehr]
RSS Feeds von Xing
XING
Die neuesten Forenbeiträge in XING-Gruppe "Wirtschaft in...

LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon: "Ministerpräsidentin Dreyer und ihr Arbeitsminister Schweitzer möchten mit der heutigen Bundesratsinitiative "gute Arbeit...
Die rheinland-pfälzische Industrie erhielt im März 2013 mehr Aufträge. Das Statistische Landesamt errechnete auf der Basis vorläufiger Werte im Vergleich zum Februar 2013 einen...
Dank jahreszeitlicher Einflüsse ist die Zahl der Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz im April um gut 3.000 auf 118.600 gesunken. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote damit aber um 0,2...
Volltextsuche