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- Arbeitslosenzahl: 134.600
- Arbeitslosenquote: 6,4 %
- Vergleich Vormonat: plus 700 (Quote Vormonat: 6,4 %)
- Vergleich Vorjahr: plus 1.200 (Quote Vorjahr: 6,4 %)
Im Februar 2010 ist die Zahl der Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz erneut leicht gestiegen. Jahreszeitliche Einflüsse und das Ende betrieblicher Ausbildungen führten zu höheren Arbeitslosenzahlen in den Bauberufen und in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen. Davon abgesehen blieb die Lage am regionalen Arbeitsmarkt aber weiter stabil. Obwohl sich fast alle wichtigen wirtschaftlichen Daten gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert haben, ist die Arbeitslosigkeit nur geringfügig gestiegen, und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bewegt sich noch immer auf vergleichsweise hohem Niveau.
Wie die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit mitteilte, waren im Februar 2010 insgesamt 134.600 Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz arbeitslos, 700 mehr als vier Wochen zuvor. Die Zunahme fiel deutlich geringer als sonst im Februar aus. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Zahl der Arbeitslosen nur geringfügig um rund 1.200 oder 0,9 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – blieb im Februar mit 6,4 Prozent gegenüber dem Vormonat konstant. Vor einem Jahr hatte die Quote ebenfalls bei 6,4 Prozent gelegen.
Für Heidrun Schulz, die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, sind drei Komponenten dafür verantwortlich, dass sich der regionale Arbeitsmarkt trotz der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung noch immer in relativ stabiler Verfassung darstellt. „Es sind dies die Kurzarbeit, Förderangebote für Arbeitslose und nicht zuletzt die positive Beschäftigungsentwicklung im Dienstleistungssektor. Diese drei Faktoren tragen entscheidend zur Stabilisierung der Beschäftigung und zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit bei“, meinte Schulz.
Ihren Angaben zufolge arbeiteten im Dezember 2009 – das ist der aktuellste Datenstand – in knapp 2.600 rheinland-pfälzischen Unternehmen rund 39.900 Arbeitnehmer kurz. Mit 900 Unternehmen und 29.800 Arbeitnehmern war das Verarbeitende Gewerbe am stärksten betroffen. Auch wenn das Ausmaß der Kurzarbeit sich gegenüber dem bisherigen Höchststand von Mai 2009 deutlich verringert hat – damals waren rund 63.300 Arbeitnehmer betroffen – konnten durch ihren Einsatz zuletzt rechnerisch noch immer rund 12.300 Beschäftigte vor Arbeitslosigkeit bewahrt werden.
Die Lage am Arbeitsmarkt wird aber auch maßgeblich durch die Förderangebote der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter stabilisiert. Ohne Maßnahmen zur Weiterbildung, zur Aktivierung und Integration oder Beschäftigungsmaßnahmen würde die Arbeitslosigkeit ebenfalls um etwa 38.300 höher liegen. Mit diesen Förderangeboten soll die Zeit der Arbeitslosigkeit genutzt werden, um berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu erhalten und um neue zu erwerben.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bewegt sich trotz der Arbeitsplatzverluste im Verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeitsbranche mit 1,2 Millionen Beschäftigten noch immer auf dem relativ hohen Niveau des Vorjahres. Ohne die Kurzarbeit und ohne die Beschäftigungsgewinne des Dienstleistungssektors – hier sind innerhalb von zwölf Monaten 13.500 neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstanden – sähe die Bilanz aber bei weitem nicht so gut aus.
In den letzten vier Wochen haben sich knapp 13.000 Personen im Anschluss an eine Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Die Neuzugänge in die Arbeitslosigkeit fielen damit spürbar schwächer aus als vor einem Monat und als vor einem Jahr. Damals waren in einer ersten Reaktion auf die Wirtschaftskrise vor allem Zeitverträge nicht verlängert oder Zeitarbeitnehmer gekündigt worden. Dass das frostige Winterwetter sich weiterhin auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt hat, zeigt sich daran, dass Arbeitslosmeldungen aus dem Baugewerbe etwas höher als vor einem Jahr ausfielen.
Rund 2.300 Personen meldeten sich im Februar nach einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung arbeitslos – fast exakt die gleiche Zahl wie vor einem Jahr. Auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen finden am Arbeitsmarkt Austauschprozesse – daher gelingt es auch jetzt noch einer beachtlichen Zahl von Menschen, aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Anstellung zu finden. Im Februar waren dies rund 10.000 Arbeitslosen – 600 mehr als vor Jahresfrist. Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagenturen und Jobcenter haben die rheinland-pfälzischen Betriebe im Februar 2010 insgesamt 7.400 Stellenangebote gemeldet, 1.300 mehr als im Vormonat und 400 mehr als vor einem Jahr. Die Belebung der Kräftenachfrage signalisiert in erster Linie eine saisonale Wende für die kommenden Wochen. Inwieweit weitergehende Impulse mitschwingen, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Mehr Stellen meldeten vor allem das Baugewerbe, der Handel, das Gastgewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Mitte Februar waren rund 15 000 betriebliche Stellen unbesetzt, 1 800 mehr als im Februar vergangenen Jahres.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen:
Leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit in Bau-, Metall- und Elektroberufen – Probleme beim Übergang von Ausbildung in Beschäftigung ließen Jugendarbeitslosigkeit leicht steigen – Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung niedriger als vor Jahresfrist – in der Grundsicherung hat sich der Abstand zum Vorjahr verringert
Die anhaltenden winterlichen Bedingungen haben Arbeiten des Baugewerbes mit seinen vor- und nachgeordneten Branchen auch im Februar erschwert. Infolgedessen nahm die Arbeitslosigkeit in den Bauberufen im Februar um knapp 700 auf 11.700 zu.
Auch in den Metall- und Elektroberufen nahm die Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Wochen leicht zu – um 400 auf rund 10.000. Da in diesen Berufen vorwiegend Männer tätig sind, stieg auch nur die Zahl der männlichen Arbeitslosen an – und zwar um 1.100 oder 1,4 Prozent auf 76.900.
Überhaupt sind Männer von den Beschäftigungseinbußen im Verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeitsbranche betroffen. Das erklärt auch den Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 2.600 oder 3,6 Prozent binnen eines Jahres.
Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist dagegen in den vergangenen zwölf Monaten sogar um knapp 1.500 oder 2,5 Prozent auf 57.700 gesunken. Sie profitierten vor allem von dem Entstehen neuer Jobs im Dienstleistungssektor.
Im Februar endeten zum einen dreieinhalbjährige Berufsausbildungen, zum anderen legten in dieser Zeit Jugendliche, die im Sommer einen Fehlversuch hatten, ihre Abschlussprüfung nachträglich ab. Weil der Übergang von der Ausbildung in die Beschäftigung (2. Schwelle) nicht von allen nahtlos bewältigt werden konnte, stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe unter 25 Jahren im Februar an. Mitte des Monats waren 16.700 junge Frauen und Männer arbeitslos, 1.100 oder 6,7 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Zur Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit lassen sich dennoch zwei positive Feststellungen treffen: Zum einen deutet vieles darauf hin, dass sich die Probleme an der „2. Schwelle“ nicht verschärft haben und zum anderen konnte das Niveau trotz Wirtschaftskrise in den vergangenen zwölf Monaten gesenkt werden – um knapp 1.100 oder 5,8 Prozent.
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) liegt die Arbeitslosigkeit bereits leicht unter dem Vorjahresniveau. Hier wurden im Februar insgesamt 57.700 Arbeitslose gezählt, 1.400 weniger als ein Jahr zuvor. Im Bereich der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) ist sie dagegen in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen – und zwar um 2.600 oder 3,5 Prozent auf 76.900. Allerdings hat sich dieser Abstand zum Vorjahresniveau nicht weiter vergrößert.
In den ländlichen Regionen, deren Beschäftigung stärker saisonalen Schwankungen unterworfen ist, hat die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen vier Wochen erneut leicht zugenommen, während sie in den städtischen Ballungsräumen tendenziell gesunken ist. Dadurch hat sich aber nichts daran geändert, dass Arbeitslosigkeit vor allem ein Problem der Ballungsräume mit ihren hohen Anteilen an Industriearbeitsplätzen, den Strukturveränderungen und den oftmals schwierigeren Sozialstrukturen ist.
So wiesen der Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Kreis Trier-Saarburg mit jeweils 4,0 Prozent weiterhin die niedrigsten Arbeitslosenquoten auf, gefolgt vom Rhein-Pfalz-Kreis (4,2 Prozent) und der Südlichen Weinstraße (4,6 Prozent). Die höchsten Arbeitslosenquoten wurden im Februar 2010 für die Städte Pirmasens (15,3 Prozent), Kaiserslautern (11,0 Prozent) und Ludwigshafen (10,1 Prozent) errechnet.
In Rheinland-Pfalz waren im Dezember 2009 – das ist der aktuellste Datenstand – 1,2 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, nur 100 weniger als vor einem Jahr. Hinter dieser nur marginalen Veränderung des Niveaus verbergen sich allerdings deutliche strukturelle Verschiebungen. So ist beispielsweise im Verarbeitenden Gewerbe die Zahl der Beschäftigten um rund 11.700 oder 3,7 Prozent auf 302.400 gesunken.
In der Zeitarbeit sind noch 21.000 Männer und Frauen beschäftigt, rund 2.000 oder 8,7 weniger als vor Jahresfrist. Im tertiären Sektor – ohne die Zeitarbeitsbranche – fällt hingegen die Beschäftigungsbilanz positiv aus. Hier ist die Zahl der Beschäftigten in nur zwölf Monaten um insgesamt 13.500 oder 1,8 Prozent auf 777.900 gestiegen. Insbesondere die Bereiche Erziehung und Unterricht (plus 2.000), Gesundheits- und Sozialwesen (plus 6.300) und das Gastgewerbe (plus 1.200) beschäftigten mehr Arbeitnehmer als vor einem Jahr.
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