Arbeitsmarkt  

Der Arbeitmarkt von Rheinland-Pfalz ist neben seiner starken mittelständischen Struktur auch geprägt durch wirtschaftliche Ballungräume an und außerhalb seiner Grenzen. Dies hat einen hohen Auspendler-Saldo zur Folge - das bedeutet, dass mehr Rheinland-Pfälzer in anderen Bundesländern arbeiten als umgekehrt. Hier sind insbesondere die Kölner Bucht, das Rhein-Main-Gebiet sowie die Metropolregion Rhein-Neckar zu nennen.

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen finden Sie untenstehend. Die Daten der Vormonate halten wir außerdem in einem Archiv für Sie bereit.

 

 
 Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im August 2010 

  • Arbeitslosenzahl: 118.200
  • Arbeitslosenquote: 5,6 %
  • Vergleich Vormonat: minus 2.700 (Quote Vormonat: 5,8 %)
  • Vergleich Vorjahr: minus 13.000 (Quote Vorjahr: 6,2 %)


Eine bessere Auftragslage vieler rheinland-pfälzischer Betriebe und eine optimistische Einschätzung der weiteren Wirtschaftsentwicklung haben im August 2010 mit dazu beigetragen, dass die Arbeitslosigkeit abgebaut werden konnte. In den letzten Wochen verlief für viele junge Leute der Übergang von Ausbildung oder Studium in eine Beschäftigung nicht immer reibungslos. Dennoch ist auch die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen unter 25 Jahren gesunken.

Nach Informationen der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bunde-sagentur für Arbeit, waren im August 2010 rund 118 200 Männer und Frauen ar-beitslos, 2 700 oder 2,3 Prozent weniger als im Juli 2010. Auch der Vorjahresvergleich fällt positiv aus. Vor zwölf Monaten waren noch rund 13 000 oder 9,9 Prozent mehr Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – ging von 5,8 Prozent im Juli 2010 auf 5,6 Prozent im August zurück. Vor Jahresfrist hatte die Quote bei 6,2 Prozent gelegen.

Die Leiterin der Regionaldirektion, Heidrun Schulz, bezeichnete den Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit als auffallend deutlich für einen August. Zugleich sei dies inmitten der Ferienzeit gleichermaßen ein wichtiges Signal für den Arbeitsmarkt und die Jugendlichen. „Es ist gut, dass die jungen Menschen wissen, dass ihre Arbeitskraft gebraucht wird. Dies vermittelt ihnen einen Eindruck vom großen Wert ihrer Ausbildung. Mit ständiger Weiterbildung während des Erwerbslebens gilt es, das Erreichte zu erhalten. Die aktuelle Diskussion um einen Mangel an Fachkräften in verschiedenen Branchen zeigt auch, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr arbeitslose Menschen von der wirtschaftlichen Erholung profitieren könnten.“

Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter hatten in Rheinland-Pfalz auch im August alle Hände voll zu tun. So meldeten sich in den letzten vier Wochen rund 12.700 Männer und Frauen unmittelbar nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, zwar fast 100 weniger als im Juli 2010, aber rund 500 mehr als vor einem Jahr. Deutlich weniger Männer und Frauen als im Vormonat meldeten sich im Anschluss an ein Studium, eine schulische oder betriebliche Ausbildung arbeitslos. Insgesamt 3.800 meist junge Menschen mussten sich vorübergehend nach ihrer erfolgreich bestandenen Ausbildung arbeitslos melden. Das waren 3.200 weniger als im Juli 2010 und 500 weniger als vor Jahresfrist.

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt bleibt aufnahmefähig. So konnten im August 12.900 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Das waren 2.600 oder 25,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Unternehmen fragten im August, bedingt durch Werksferien und die andauernde Urlaubszeit, weniger Arbeitskräfte bei den Arbeitsagenturen nach, als im Vormonat. Dennoch blieb die Kräftenachfrage auf hohem Niveau. Die Unternehmen meldeten 8.400 neue Stellenangebote, 1.800 oder 27,0 Prozent mehr als im August 2009.

Derzeit sind insgesamt 19.200 Arbeitsstellen zu besetzen, rund 5.700 oder 41,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Neben einer spürbar gestiegenen Nachfrage nach Arbeitskräften im gewerblichen Bereich, etwa in den Metall- und Elektroberufen (plus 1.200 auf 3.100), den Bauberufen (plus 500 auf 1.500) und den Verkehrsberufen (plus 900 auf 1.900), ist auch der Bedarf an Fachkräften in den Dienstleistungsberufen größer als im August 2009. So stieg die Zahl der freien Stellen in den Verkaufsberufen um 300 auf 1.300 und in den Gesundheitsberufen um über 300 auf 1.300. Die Arbeitslosigkeit entwickelt sich im Vergleich zum Vorjahr weiterhin positiv. Sowohl in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I), als auch in der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) ging die Zahl der Arbeitslosen zurück. In der Arbeitslosenversicherung waren zuletzt 45.200 Arbeitslose gemeldet, 1.900 weniger als im Vormonat und 9.800 oder 17,8 Prozent weniger als im August 2009.

In der Grundsicherung war die Arbeitslosigkeit von Juli auf August 2010 um 900 auf rund 73.000 gesunken. Vor zwölf Monaten waren noch 3.200 oder 4,3 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Gründe für den langsameren Abbau der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung sind oftmals in einer geringeren Nähe zum Beschäftigungssystem zu suchen. Arbeitslosengeld-II-Empfänger haben häufiger keine abgeschlossene Ausbildung. Das schränkt ihre Chancen bei Bewerbungen um freie Arbeitsplätze erheblich ein. Zuletzt verfügten 63,0 Prozent der Arbeitslosengeld-II-Empfänger nicht über eine abgeschlossene Ausbildung. In der Arbeitslosenversicherung war der Anteil der Ungelernten mit 25,5 Prozent spürbar geringer.

Im August 2010 ging die Jugendarbeitslosigkeit (Personen unter 25 Jahren) bereits wieder zurück. Sie war im Juli zum zweiten Mal innerhalb dieses Kalenderjahres angestiegen. Die Jugendarbeitslosigkeit verläuft anders als die Gesamtarbeitslosigkeit und nimmt regelmäßig im Februar und März und im Juli und August eines Jahres zu. Dies kommt daher, dass nicht alle jungen Leute, die ihre Lehre erfolgreich abgeschlossen haben, von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen werden. Sie müssen sich übergangsweise arbeitslos melden. In der Regel können die frisch ausgebildeten Fachkräfte rasch eine neue Arbeit finden. In diesem Jahr hat der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit bereits im August eingesetzt. Im Vergleich zum Vormonat waren 1.750 oder 10,1 Prozent weniger junge Menschen arbeitslos, insgesamt rund 15.600. Ihre Arbeitslosenquote lag mit 6,2 Prozent dennoch über der allgemeinen Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Im August 2009 gab es noch 5.500 oder 26,2 Prozent mehr arbeitslose Jugendliche.

Ältere Arbeitnehmer profitierten noch nicht im gleichen Maße von der wirtschaftlichen Erholung wie die Jüngeren. Derzeit sind in Rheinland-Pfalz 33.200 Personen im Alter zwischen 50 und unter 65 Jahren arbeitslos, 500 oder 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe lag mit 5,8 Prozent um 0,2 Prozentpunkte höher als die allgemeine Arbeitslosenquote. In der letzten Dekade hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung der über 50-Jährigen zwar überdurchschnittlich zugenommen. Ihr Anteil an allen Beschäftigten ist von 17,9 Prozent auf 26,8 Prozent gestiegen. Sind Ältere aber von Arbeitslosigkeit betroffen, ist es für sie deutlich schwieriger, den Rückweg in die Beschäftigung zu finden.

Parallel zur Entwicklung der gemeldeten freien Arbeitsstellen, ging die Zahl der Arbeitslosen innerhalb der letzten zwölf Monate in den Metall- und Elektroberufen um 3.900 oder 32,8 Prozent auf 7.900 zurück. In den Bauberufen ist die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls zurückgegangen und zwar um 1.500 oder 18,3 Prozent auf 8.200 gesunken. In den Verkehrsberufen waren im August noch rund 13 600 Personen arbeitslos, fast 1.400 oder 9,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Beschäftigungsaufbau schreitet weiter voran. Im Juni 2010 waren landesweit 1,215 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 14 500 oder 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bundesweit gab es 1,0 Prozent mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Damit zeigte sich die Beschäftigtenentwicklung in Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich zum Bundesgebiet. Im Verarbeitenden Gewerbe haben sich die Arbeitsplatzverluste aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders ausgewirkt. In den letzten Monaten jedoch haben sich die Jobverluste deutlich verringert. Im Juni waren 300.700 Arbeitnehmer im Verarbeitenden Gewerbe tätig, 4.600 weniger als zwölf Monate zuvor.

Der Dienstleistungssektor war jedoch ein Motor für den Anstieg der Beschäftigung und glich damit die Verluste im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel und der Reparatur von Kraftfahrzeugen mehr als aus. In der Zeitarbeitsbranche stieg die Beschäftigung um 7.700 auf 27.000, im Gesundheits- und Sozialwesen um über 5.100 auf 166.100, bei den öffentlichen Einrichtungen um 1.100 auf 92.400 und im Bereich Erziehung und Unterricht um 1.200 auf 45.700.

 

 
 Archiv: Arbeitsmarktdaten für Rheinland-Pfalz 

Sie finden hier - nach Jahren und Monaten aufgeschlüsselt - die ausführlichen Arbeitsmarktberichte der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

2010:

Juli / Juni / Mai / April / März / Februar / Januar

2009:

Dezember / November / Oktober / September

 

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