Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im September 2009 

  • Arbeitslosenzahl: 122.300
  • Arbeitslosenquote: 5,8 %
  • Vergleich Vormonat: minus 8.900 Arbeitslose (Quote Vormonat: 6,2 %)
  • Vergleich Vorjahr: plus 13.700 Arbeitslose (Quote Vorjahr: 5,2 %)


Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz ist im September 2009 stark zurückgegangen. Insbesondere die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen nahm deutlich ab. Diese positive Entwicklung ist weniger auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen, vielmehr wirkten die intensiven Förderaktivitäten der rheinland- pfälzischen Arbeitsagenturen entlastend. Die weiterhin schwache Kräftenachfrage macht deutlich, dass auf dem Arbeitsmarkt keine Entspannung eingetreten ist und sich der negative Trend der vergangenen Monate fortsetzen wird.

Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit waren im September 2009 knapp 122 300 Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz arbeitslos, rund 8 900 weniger als im August.

Dass die Lage am Arbeitsmarkt trotz rückläufiger Arbeitslosenzahlen weiterhin angespannt ist, zeigt ein Vergleich mit den Vorjahreswerten: So wurden im September 2009 rund 13 700 Arbeitslose mehr gezählt als vor zwölf Monaten.

Die Arbeitslosenquote betrug im September 2009 5,8 Prozent, nach 6,2 im August. Im September 2008 betrug sie jedoch nur 5,2 Prozent.

Der Chef der Regionaldirektion, Otto-Werner Schade, mahnte alle Verantwortlichen am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt davor, die aktuellen Zahlen allzu positiv zu bewerten: „Es wäre vermessen, von einer Erholung des Arbeitsmarktes zu sprechen. Die Betriebe halten sich weiterhin mit Neueinstellungen deutlich zurück. Und zudem muss man immer wieder darauf hinweisen, dass wir uns ohne die Ausweitung der Kurzarbeit bereits mitten in einer Jobkrise befänden.“

Den deutlichen Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit betrachtete Schade mit gedämpfter Freude. „Der Vorjahresvergleich fällt weiterhin sehr negativ aus. Außerdem ist es überwiegend den Förderaktivitäten der Arbeitsagenturen zu verdanken, dass die Situation etwas entschärft werden konnte. Vor dem Hintergrund des sich ankündigenden demographischen Strukturbruchs kann ich nur wiederholt an die Betriebe appellieren, auch in der Krise so viele junge Nachwuchskräfte wie möglich an sich zu binden. Beim nächsten Konjunkturaufschwung werden in vielen Branchen Fachkräfte Mangelware sein“, so Schade.

Arbeitsmarkt-Bewegungen im September 2009:

Weiterhin viele Arbeitslosmeldungen im Anschluss an eine Beschäftigung – Kräftenachfrage der Betriebe immer noch auf niedrigem Niveau – gutes Stellenangebot in Gesundheits- und Sozialberufen sowie in einigen Dienstleistungsberufen

Zwar konnten im September 2009 knapp 12 700 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden, rund 1 400 oder 12,7 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Doch mussten sich gleichzeitig auch 12 200 Personen im Anschluss an eine Erwerbstätigkeit arbeitslos melden – dies ist ein Zuwachs von knapp 1 000 oder 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Kräftenachfrage der rheinland-pfälzischen Wirtschaft befindet sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Den Agenturen für Arbeit wurden im September etwa 7 600 neue Stellen gemeldet, 400 weniger als vor einem Jahr.

Mitte September waren noch rund 13 800 betriebliche Stellen in Rheinland-Pfalz zu besetzen, 4 000 oder 22,2 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Negativ stellt sich das Stellenangebot in den von der konjunkturellen Lage abhängigen Metall- und Elektroberufen und in den Verkehrsberufen dar. Eine positive Ent wicklung des Stellenangebotes ist in den Gesundheits- und Sozialberufen sowie in einigen Dienstleistungsberufen zu verzeichnen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen:

Jugendarbeitslosigkeit im September aufgrund intensiver Förderaktivitäten der Arbeitsagenturen stark zurückgegangen, Vorjahresvergleich fällt jedoch weiterhin negativ aus – auch Arbeitslosigkeit Älterer deutlich höher als im Vorjahr – in konjunkturreagiblen Berufen stieg die Zahl der Arbeitslosen innerhalb eines Jahres stark an – regionale Unterschiede in der Krise besonders auffällig

Im Juli und August haben sich viele junge Leute im Anschluss an eine Ausbildung arbeitslos gemeldet, was zu einem starken Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit geführt hat. Im September 2009 ging die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer unter 25 Jahre deutlich zurück, und zwar um rund 4 200 oder 19,8 Prozent auf knapp 16 900.

Diese positive Entwicklung ist jedoch keinem wirtschaftlichen Aufwärtstrend geschuldet. Die Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit ist auf eine starke Intensivierung der Förderaktivitäten der rheinland-pfälzischen Agenturen für Arbeit zurückzuführen. So nahmen im September 2009 etwa 3 000 junge Leute unter 25 Jahre beispielsweise eine Qualifizierungsleistung oder eine Förderung der beruflichen Weiterbildung in Anspruch, 850 mehr als im Vormonat und rund 1 400 mehr als vor einem Jahr. Zudem haben sich 3 800 junge Frauen und Männer für die Aufnahme einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung entschieden, rund 2 100 mehr als im August 2009 und rund 2 500 mehr als im September 2008.

Dass die Entwicklung auf dem Gebiet der Jugendarbeitslosigkeit weiterhin bedenklich ist, spiegelt ein Vergleich mit den Zahlen des Vorjahres wider: Im September 2009 fiel die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahre um 2 900 oder 20,8 Prozent höher aus als vor zwölf Monaten. Auch die Zahl der älteren Arbeitslosen ist innerhalb eines Jahres deutlich angestiegen: Im September 2009 waren in der Gruppe der Arbeitslosen zwischen 50 und 65 Jahren 31 800 Personen arbeitslos gemeldet, 3 100 oder 10,9 Prozent mehr als im September 2008.

Die Wirtschaftskrise trifft vor allem die konjunkturreagiblen Berufe. Demnach hat die Arbeitslosigkeit innerhalb der vergangenen zwölf Monate vor allem in den Metall- und Elektroberufen und in den Verkehrsberufen stark zugenommen.

In der Krise fallen die regionalen Unterschiede besonders ins Gewicht. So waren im September 2009 in einigen Kreisen weiterhin Arbeitslosenquoten unter 4 Prozent zu verzeichnen, beispielsweise im Eifelkreis Bitburg-Prüm (3,2 Prozent), im Kreis Trier-Saarburg (3,3 Prozent) oder im Kreis Bernkastel-Wittlich (3,7 Prozent). Die höchsten Arbeitslosenquoten wurden erneut für die Stadt Kaiserslautern mit 10,7 Prozent und für die Stadt Pirmasens mit 14,9 Prozent errechnet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt stabil – deutliche Beschäftigungseinbußen im Verarbeitenden Gewerbe – Gesundheits- und Sozialwesen weiterhin Wachstumsmotor im Dienstleistungssektor

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Rheinland-Pfalz bewegt sich dank der stabilisierenden Wirkung der Kurzarbeit weiterhin auf Vorjahresniveau. So waren im Juli 2009 – das ist der aktuellste Datenstand – rund 1,2 Millionen Frauen und Männern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Deutliche Beschäftigungsverluste sind vor allem im Verarbeitenden Gewerbe zu verzeichnen. Hier ist die Beschäftigtenzahl innerhalb eines Jahres um 9 400 oder 3 Prozent auf 303 800 zurückgegangen. Etwas entspannt hat sich hingegen die Lage in der Zeitarbeitsbranche. Hier hat die Beschäftigung im zweiten Monat in Folge zugenommen und liegt nun bei 20 300 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen und Männern. Gleichwohl fällt auch hier der Vorjahresvergleich immer noch sehr negativ aus (minus 9 200 oder 31,2 Prozent).

Im Dienstleistungssektor – ohne Zeitarbeit – hält die positive Entwicklung an. Wachstumsmotor ist hier weiterhin das Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Beschäftigungszuwachs um 5 600 oder 3,6 Prozent auf 160 800.

 

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