Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Dezember 2009 

  • Arbeitslosenzahl: 120.100
  • Arbeitslosenquote: 5,7 %
  • Vergleich Vormonat: plus 3.400 (Quote Vormonat: 5,6 %)
  • Vergleich Vorjahr: plus 6.000 (Quote Vorjahr: 5,5 %)


In Rheinland-Pfalz ist die Arbeitslosigkeit in den letzten vier Wochen des Jahres 2009 aus jahreszeitlichen Gründen gestiegen. Dafür verantwortlich waren in erster Linie Entlassungen im Hotel- und Gastgewerbe, im Ausbaugewerbe sowie im Transportgewerbe. Zum Anstieg der Arbeitslosigkeit trug aber auch die geringe Einstellungsbereitschaft vieler anderer Branchen bei, denn dadurch ist der Ausstieg aus der Arbeitslosigkeit schwieriger geworden.

Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit waren im Dezember 2009 in Rheinland-Pfalz rund 120.100 Frauen und Männer arbeitslos, 3.400 oder 2,9 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. In den vergangenen Jahren hatte die Arbeitslosigkeit im Dezember allerdings sehr viel deutlicher zugenommen.

Gegenüber Dezember 2008 ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 6.000 oder 5,3 Prozent gestiegen. Der Abstand zum Vorjahresniveau fällt damit noch sehr moderat aus. Bei dieser Bewertung sollte aber auch nicht außer Acht gelassen werden, dass durch die Vorgaben des Gesetzgebers seit Anfang 2009 Teilnehmer an Maßnahmen zur Aktivierung und  Integration nicht mehr als arbeitslos betrachtet werden. Ohne diese Änderung würde die Zahl der Arbeitslosen den Vorjahresstand aktuell um rund 20.700 übersteigen.

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag im Dezember 2009 bei 5,7 Prozent, nach 5,6 Prozent im November 2009 und 5,5 Prozent im Dezember 2008.

Nach Auffassung des Chefs der regionalen Arbeitsagentur, Otto-Werner Schade, trägt das Kurzarbeitergeld der Arbeitsagenturen noch immer in beträchtlichem Umfang zur Sicherungvon Arbeitsplätzen bei. Nach seiner Einschätzung sind die Unternehmen nach wie vor gewillt, auch 2010 auf diese Weise ihre Stammbelegschaften zu halten. „Bei einer Befragung der Betriebe, deren Bezugsfrist für das Kurzarbeitergeld zum Jahresende ausläuft, äußerten weit mehr als Hälfte, dass sie auch 2010 dieses Angebot zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze nutzen wollen. Erfreulich ist die Tatsache, dass etwa jeder fünfte von uns befragte Betrieb Kurzarbeit beenden kann, weil sich die Auftragslage verbessert hat. Das stimmt uns hoffnungsvoll“, sagte Schade.

Dennoch sieht er die Gefahren für die Beschäftigung nicht gebannt. So bestanden bei rund 22 Prozent der befragten Betriebe noch keine konkreten Vorstellungen, wie es nach dem Ablauf der Frist für das Kurzarbeitergeld weitergehen wird. Es wird sehr viel davon abhängen, wie sich die Auftrags- und die Finanzlage der Unternehmen in den nächsten Monaten entwickeln wird. „Da wir das Rezessionstal noch längst nicht verlassen haben, rechne ich damit, dass sich in den kommenden Monaten die Lage am Arbeitsmarkt verschlechtern wird“, meinte Schade.

Im Dezember meldeten sich mehr Arbeitnehmer im Anschluss an eine Erwerbstätigkeit arbeitslos als im November – die Rückkehr aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit gelang aber deutlich seltener – Kräftenachfrage der Betriebe schwächte sich wegen der Feiertage ab

Im Dezember meldeten sich insgesamt 13.500 Arbeitnehmer im Anschluss an eine Erwerbstätigkeitarbeitslos, knapp 700 mehr als im November. In dem leichten Anstiegkommt die saisonale Komponente zum Ausdruck. Der Vergleich mit dem Vorjahr (minus 2.400) macht dagegen deutlich, dass die Beschäftigung gegenwärtig deutlich stabiler als zu Beginn der Krise ist.

Wegen der reduzierten Einstellungsbereitschaft der Unternehmen konnten im November nur rund 8.200 Frauen und Männer die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Erwerbstätigkeitbeenden, 1.500 weniger als noch im November.

Die rheinland-pfälzischen Betriebe meldeten den Arbeitgeber-Teams der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter im Dezember nur noch knapp 5.900 Stellenangebote, fast 600 weniger als im Vormonat. Der wichtigste Grund: in den meisten Branchen wurden Einstellungen auf die Zeit nach den Feiertagen verschoben. Die betriebliche Kräftenachfrage lag nur geringfügig unter den Werten des Vorjahres (minus 200). Mitte Dezember waren landesweit noch rund 12.600 betriebliche Stellen zu besetzen, 200 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen: saisonale Einflüsse lassen Arbeitslosenzahlen vor allem in Fremdenverkehrsregionen ansteigen – mehr arbeitslose Bauarbeiter, Kraftfahrer, Lagerarbeiter, Sicherheitsleute und Gästebetreuer

Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember vor allem in den Regionen gestiegen, in denen der Fremdenverkehr für die Beschäftigung eine wichtige Rolle spielt – so in den Kreisen Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich, Mayen-Koblenz, Ahrweiler und Südwestpfalz. In den städtischen Ballungsräumen und in den industriell geprägten Regionen verharrte die Arbeitslosigkeitdagegen weitgehend auf dem bisherigen Niveau.

Diese kurzfristige Entwicklung änderte aber nichts daran, dass die eher ländlichen Regionen in deutlich geringerem Maße von Kurzarbeit betroffen sind als die Großstädte und die Regionen mit besonderen Strukturproblemen. Im Dezember 2009 wiesen der Eifelkreis Bitburg-Prüm (3,2 Prozent), und die Landkreise Trier-Saarburg (3,4 Prozent), Rhein-Pfalz-Kreis (3,8 Prozent) und Bernkastel-Wittlich (3,9 Prozent) die mit Abstand niedrigsten Arbeitslosenquoten auf. Die höchsten Arbeitslosenquoten wurden auch im Dezember fürdie Städte Ludwigshafen (9,3 Prozent), Kaiserslautern (10,2 Prozent) und Pirmasens(14,5 Prozent) errechnet. Die saisonale Komponente der Dezember-Entwicklung zeigt sich auch daran, dass die Arbeitslosigkeit vor allem in den Bauberufen (um 600 auf 8.300), in den Verkehrsberufen (um 500 auf 15.000) und in den Sicherheitsberufen (um 300 auf 5.600) zunahm. Mehr Arbeitslose als vier Wochen zuvor wurden auch in den Berufen des Hotel- und Gaststättengewerbes gezählt. 

 

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