Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Mai 2010 

  • Arbeitslosenzahl: 119.000
  • Arbeitslosenquote: 5,7 %
  • Vergleich Vormonat: minus 6.300 (Quote Vormonat: 6,0 %)
  • Vergleich Vorjahr: minus 10.200 (Quote Vorjahr: 6,2% )


Auch im Mai baute sich die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz weiter ab. Noch immer war dieser Rückgang vorwiegend vom saisonalen Geschehen getragen, Gastronomie, Bauwirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft stellten wieder Personal ein. Daher hat sich die Arbeitsmarktsituation vor allem in den Regionen entspannt, in denen diese Branchen den Arbeitsmarkt dominieren. Doch auch konjunkturabhängige Branchen sind zunehmend bereit, Personal einzustellen.  

Im Mai 2010 waren in Rheinland-Pfalz 119.000 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Von April auf Mai ging die Zahl der Arbeitslosen um rund 6.300 oder fünf Prozent zurück. Dies spiegelt die übliche Mai-Entwicklung der vergangenen zehn Jahre wider.  

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 10.200 oder 7,9 Prozent stark gesunken. Allerdings ist dieser starke Rückgang auch dadurch beeinflusst, dass die Agenturen für Arbeit einer nicht unerheblichen Zahl von Männern und Frauen Angebote zur Verbesserung ihrer Chancen am Arbeitsmarkt unterbreiten. All diejenigen, die von solchen Angebote profitieren, werden nicht zu den Arbeitslosen gezählt. Wäre das nicht so, wäre die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich trotzdem noch um 3.100 zurückgegangen.  

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – ist auf 5,7 Prozent zurückgegangen. Im Vormonat lag die Quote bei 6,0 Prozent und vor einem Jahr bei 6,2 Prozent. „Weiterhin erkenne ich deutliche Anzeichen für eine langsame Erholung der Wirtschaft“, so die Chefin der Regionaldirektion, Heidrun Schulz. „Zwar ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit noch zu einem großen Teil auf saisonale Gründe zurückzuführen, aber es gibt auch in einigen konjunktursensiblen Berufen, beispielsweise in den Metall- und Elektro- oder in den Bauberufen, deutlich weniger Arbeitslose als im Vorjahr.“  

Im vergangenen Monat mussten sich rund 10.400 Personen im direkten Anschluss an eine Erwerbsarbeit arbeitslos melden. Vor Jahresfrist lag diese Zahl noch um 1 800 rund 15 Prozent höher. Gleichzeitig konnten 13.800 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden, 3.100 weniger als vor einem Monat aber doch 1.300 oder zehn Prozent mehr als vor einem Jahr.  

Die Chancen eine neue Arbeit zu finden, sind zuletzt auch für Bezieher von Arbeitslosengeld II gestiegen. Immerhin 3 500 Personen, die ihre Arbeitslosigkeit mit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet haben, waren zuvor langzeitarbeitslos. Die Unternehmen in Rheinland-Pfalz meldeten in den vergangenen vier Wochen rund 8.700 Stellenangebote, 600 mehr als vor einem Monat und 1.900 mehr als ein Jahr zuvor. Allen voran zeigten sich die Arbeitgeber aus den Dienstleistungsbranchen, wie dem Handel, dem Gastgewerbe oder der Zeitarbeitsbranche, einstellungsbereit. Auf gleichbleibend hohem Niveau bewegte sich der Arbeitskräftebedarf in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen sowie Erziehung und Unterricht. Aber auch Branchen, die im Jahr 2009 besonders von den Auswirkungen der Krise durch Auftragsrückgänge und Kurzarbeit betroffen waren, benötigten wieder mehr Personal. Das Verarbeitende Gewerbe und auch die Bauwirtschaft meldeten den Agenturen für Arbeit deutlich mehr Stellenangebote als vor einem Jahr. Landesweit waren im Mai 17.300 betriebliche Stellenangebote bei den Arbeitsagenturen gemeldet – 3 700 mehr als im Mai 2009.  

In ausnahmslos allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz ist die Arbeitslosigkeit im Mai 2010 gesunken, jedoch in sehr unterschiedlichem Umfang. Da der saisonale Beschäftigungsausbau sich auch im Mai auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit ausgewirkt hat, ist die Zahl der Arbeitslosen in den Kreisen Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich, Ahrweiler und im Eifelkreis Bitburg-Prüm mit am deutlichsten zurückgegangen. Aber auch in der Stadt Koblenz oder dem Landkreis Vulkaneifel lässt sich ein spürbarer Rückgang der Arbeitslosigkeit beobachten. In den genannten Kreisen ist die Arbeitslosigkeit auf Landesebene am niedrigsten. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm verzeichnet mit 3,1 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote, danach Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg mit je 3,4 Prozent und Cochem-Zell mit 3,5 Prozent.  

In den Ballungsräumen liegt die Arbeitslosigkeit hingegen gewöhnlich höher. Die höchsten Arbeitslosenquoten waren in den Städten Pirmasens mit 14,8 Prozent, Kaiserslautern mit 10,9 Prozent und Ludwigshafen mit 9,8 Prozent errechnet worden. Die Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung (Arbeitslosengeld-II-Empfänger) konnten vom Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht in gleichem Maße profitieren, wie Arbeitslose in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I). Insgesamt sind die Betroffenen häufiger ohne abgeschlossene Ausbildung und bleiben daher im Wettbewerb um freie Stellen öfter zurück. Dennoch haben sich auch für diese Personengruppe die Chancen, eine Arbeit zu finden, verbessert. Zuletzt waren 74.600 Personen im Bereich der Grundsicherung arbeitslos, 700 oder 0,9 Prozent weniger als vor Jahresfrist.  

Die Zahl arbeitsloser Jugendlicher ist im Mai erneut spürbar gesunken. Rund 13.300 junge Männer und Frauen unter 25 Jahren waren arbeitslos gemeldet, 1.100 weniger als noch im April und 3 200 oder 19,4 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Dementsprechend verringerte sich auch die Arbeitslosenquote Jugendlicher von zuletzt 5,6 auf 5,3 Prozent. In den nächsten Monaten muss jedoch wieder mit steigender Jugendarbeitslosigkeit gerechnet werden. Es ist anzunehmen, dass auch 2010 nicht alle Auszubildenden nach der Lehre von ihren Arbeitgebern übernommen werden.  

Für den März 2010 liegen erste hochgerechnete Beschäftigtendaten vor. Danach übersteigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Rheinland-Pfalz erstmals seit März 2009 wieder den Vorjahreswert. Rund 1,203 Millionen Männer und Frauen waren im März 2010 beschäftigt, 5 100 oder 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Verarbeitenden Gewerbe waren zuletzt 300 100 Personen beschäftigt, 9.700 oder 3,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Handel und der Kraftfahrzeuginstandsetzung sank die Zahl der Beschäftigten binnen eines Jahres um 1.200 oder 0,7 Prozent auf 175.300. Diese Jobverluste wurden durch die Branchen Gesundheits- und Sozialwesen (plus 5.500 auf 166.100) und Zeitarbeit (plus 3.800 auf 22.600) mehr als aufgefangen.

 

Die Zukunft des Elektroautos

Unsere Mitgliedsverbände
Loading problems.

Mitgliederservice



Pressemitteilungen
LVU-Präsident Braun zum Defizit in 2011
[mehr]
LVU-Präsident Dr. Braun: „Die Politik sollte die Quelle weiter sprudeln lassen.“
[mehr]
LVU-Präsident Dr. Braun: "Rente mit 67 ist unverzichtbar"
[mehr]
Dick und Simon: Mindestlöhne vernichten Jobs
[mehr]
Wassercent: Sorge um Wirtschaftsstandort
[mehr]
RSS Feeds von Xing
XING
Die neuesten Forenbeiträge in XING-Gruppe "Wirtschaft in...

Die Entwicklung der Auftragslage in der Elektroindustrie wird nach ZVEI-Angaben derzeit vor allem durch Bestellungen aus dem Inland getragen. Insgesamt blieben die Auftragseingänge im Dezember...
Rheinland-Pfalz hat im vergangenen Jahr zwei Milliarden Euro neue Schulden gemacht. Das ist deutschlandweit der höchste Wert nach Nordrhein-Westfalen mit 2,9 und Niedersachsen mit 2,5...
Der Internet-Versandhändler Amzon baut ein 110.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Koblenz. Die Millionen-Investition schafft bis zu 1000 feste und bis zu 1000 saisonale Stellen. Mehr...
Volltextsuche