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Im letzten Monat des Jahres 2011 haben jahreszeitlich bedingte Entwicklungen stärkeren Einfluss auf das Geschehen am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt gewonnen. Entlassungen – bei vergleichsweise wenigen Neueinstellungen – haben vor allem in den Berufen des Hotel- und Gastgewerbes, in den Bauberufen und in den Gartenbauberufen die Arbeitslosigkeit steigen lassen. Betroffen waren ländliche Regionen stärker als die städtischen. Insgesamt aber blieb der Anstieg deutlich hinter der sonst üblichen Entwicklung zurück – gute Wirtschaftslage und vergleichsweise milde Witterungsbedingungen machten sich gleichermaßen stabilisierend bemerkbar.
Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit waren im Dezember 2011 in Rheinland-Pfalz insgesamt 104.400 Männer und Frauen arbeitslos. Das waren 3.200 oder 3,2 Prozent mehr als im November. Der Anstieg fiel relativ gering aus – in den vorangegangenen zehn Jahren nahm die Zahl der Arbeitslosen im Dezember durchschnittlich um etwa 5.600 zu. Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 8.600 oder 7,6 Prozent verringert. Niedriger war die Arbeitslosigkeit in einem Dezember zuletzt im Jahre 1992.
Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – belief sich im Dezember 2011 auf 5,0 Prozent, nach 4,8 Prozent im November und 5,4 Prozent vor einem Jahr.
Nach Einschätzung von Jürgen Haßdenteufel, in der Geschäftsführung der Regionaldirektion für die Grundsicherung verantwortlich, zeigte sich der regionale Arbeitsmarkt am Ende des Jahres noch in einer sehr robusten Verfassung. „Das ist eine gute Ausgangsposition, die noch eine geraume Zeit in das kommende Jahr ausstrahlen wird. Auch wenn in den kommenden Wochen jahreszeitliche Faktoren das Bild bestimmen und die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung weiter nachlassen wird, sind sprunghafte Veränderungen am Arbeitsmarkt wenig wahrscheinlich“, sagte Haßdenteufel.
Er rechnet damit, dass im kommenden Jahr die Beschäftigung sogar noch leicht zunehmen könnte. Zu einem spürbaren Abbau der Arbeitslosigkeit werde es aber nicht mehr reichen, so dass die Arbeitslosigkeit im Großen und Ganzen auf dem Niveau des Jahres 2011 verharren könnte.
Gründe für die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Dezember: Entlassungen in Außenberufen und insgesamt weniger Neueinstellungen – Kräftenachfrage der Unternehmen leicht abgeschwächt – vor allem im Handel und bei Zeitarbeitsfirmen – dennoch weiter sehr hoher Stellenbestand
Knapp 12.700 Arbeitnehmer meldeten sich im Dezember im Anschluss an eine Erwerbstätigkeit arbeitslos, 200 weniger als im November und rund 1.700 weniger als im Dezember des vergangenen Jahres. Entlassungen waren also nicht die eigentliche Ursache für den Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Die Daten über den Abgang aus der Arbeitslosigkeit legen die entscheidende Ursache offen. So konnten im Dezember „nur“ 7.100 Frauen und Männer durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit die Arbeitslosigkeit beenden. Das waren weniger als im November und knapp 800 weniger als im Dezember vergangenen Jahres. Die vergleichsweise geringen Abgänge aus der Arbeitslosigkeit haben sich auch auf das Niveau ausgewirkt.
Die Unternehmen meldeten im Dezember deutlich weniger neue Stellenangebote als vier Wochen zuvor. Vor allem der Handel und die Zeitarbeitsfirmen reduzierten ihre Anforderungen. Dennoch blieb die Kräftenachfrage vergleichsweise rege.
Mitte des Monats waren in Rheinland-Pfalz noch rund 20.700 Stellen zu besetzen, 4.300 oder 26 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gesucht wurden vor allem Dreher und Fräser, Schweißer, Rohrschlosser und Rohrinstallateure, Kraftfahrzeugmechaniker, Elektroinstallateure, Berufskraftfahrer, Krankenpflegekräfte und Sozialarbeiter.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen: Mehr Arbeitslose als im November in ländlichen Regionen und in Außenberufen belegen saisonale Einflüsse – deutlich weniger Arbeitslose als vor einem Jahr sind Ausdruck der konjunkturellen Verbesserung
Die saisonalen Einflüsse auf den Arbeitsmarkt in den vergangenen vier Wochen sind insbesondere daran zu erkennen, dass die Arbeitslosigkeit in Außenberufen – Bauberufen, Verkehrsberufen, Gartenbauberufen – sowie in den Berufen des Hotel- und Gastgewerbes zunahm. Ein weiterer Beleg ist darin zu sehen, dass die Arbeitslosigkeit in erster Linie in den Kreisen Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich zunahm. In den industriell geprägten Regionen ergaben sich dagegen kaum Veränderungen.
Davon abgesehen blieb die Lage am regionalen Arbeitsmarkt stabil. Die Zahl der Arbeitslosen unterschritt den Vorjahresstand um gut 8.600 oder 7,6 Prozent. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der Arbeitslosen etwas stärker um 4.400 oder 10,2 Prozent auf 38.500 gesunken. Auch im Bereich der Grundsicherung nahm der Abstand zum Vorjahresniveau stetig zu. Im Dezember 2011 wurden hier rund 66.000 Arbeitslose gezählt, fast 4.200 oder 6,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. |  |