Der rheinland-pfälzische Außenhandel leidet unter den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden im ersten Halbjahr 2009 Güter im Wert von 17,5 Milliarden Euro exportiert, das waren 25,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (Deutschland: minus 23,2 Prozent). Die Exporte fielen damit auf das Niveau von 2006 zurück, nachdem es in den vergangenen beiden Jahren deutliche Zuwächse gegeben hatte.
Einbußen von mehr als 40 Prozent hatten die meisten Bereiche des Fahrzeugbaus zu verkraften. Auch in einigen Bereichen des Maschinenbaus gingen die Ausfuhren stark zurück (Bergwerks-, Bau- und Baustoffmaschinen: minus 52,5 Prozent, landwirtschaftliche Maschinen: minus 31,4 Prozent). Der Export von pharmazeutischen Erzeugnissen blieb hingegen fast stabil (minus 0,9 Prozent). Die Importe verringerten sich ebenfalls. Der Wert der eingeführten Waren betrug 11,1 Milliarden Euro, was einer Abnahme um 17,7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 entsprach (Deutschland: minus 17,6 Prozent). Fast 62 Prozent der Exporte gingen in Länder der Europäischen Union.
Die heimische Wirtschaft exportierte im ersten Halbjahr 2009 Waren im Wert von 10,8 Milliarden Euro in EU-Länder, das waren 26,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Innerhalb der Europäischen Union hat die Ausfuhr in Länder der Eurozone einen besonderen Stellenwert. Dorthin wurden von Januar bis Juni 2009 Waren im Wert von 8 Milliarden Euro geliefert, 23,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Volumen der Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union ging im ersten Halbjahr 2009 um 22,9 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zurück. Besonders stark fiel die Abnahme der Ausfuhren in mittel- und osteuropäische Staaten aus (minus 40,9 Prozent). Die USA, Frankreich und Italien waren im ersten Halbjahr 2009 die wichtigsten Abnehmerländer für Waren der rheinland-pfälzischen Exporteure.
Im ersten Halbjahr 2009 wurden Güter im Wert von 6,8 Milliarden Euro aus EU-Ländern importiert, was einen Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 um 23,2 Prozent ausmachte. Insgesamt entfielen 61,3 Prozent aller Einfuhren auf EU-Mitgliedsstaaten. Aus den Ländern der Eurozone wurden Waren im Wert von 5,3 Milliarden Euro importiert, 24,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Einfuhren aus Nicht-EU-Staaten verringerten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Dieser im Vergleich zur Gesamtentwicklung der Importe moderate Rückgang ist auf einen Anstieg der Einfuhren aus den USA zurückzuführen (plus 29,3 Prozent), der im Wesentlichen durch Warenrücksendungen zu erklären ist. Auch Importe aus Brasilien, das auf der Einfuhrseite zu den 15 wichtigsten Handelspartnern von Rheinland-Pfalz gehört, nahmen deutlich zu (plus 25,3 Prozent). Die drei wichtigsten rheinland-pfälzischen Handelspartner im Warenimport waren Frankreich, die USA und Belgien.
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