Das Bruttoinlandsprodukt ist in Rheinland-Pfalz im ersten Halbjahr 2012 weiter gestiegen, allerdings nicht mehr so stark wie im vergangenen Jahr. Nach plus 3,3 Prozent im Jahr 2011 nahm es im ersten Halbjahr 2012 gegenüber den ersten sechs Monaten 2011 preisbereinigt um 1,4 Prozent zu. Damit lag das Wachstum über dem Bundesdurchschnitt.
In Deutschland wuchs die Summe der erbrachten wirtschaftlichen Leistung preisbereinigt um 1,1 Prozent, in den alten Ländern ohne Berlin um 1,2 Prozent. In jeweiligen Preisen lag die Zuwachsrate in Rheinland-Pfalz bei 2,8 Prozent (Deutschland: 2,3%). Diese Angaben basieren auf einer vorläufigen Berechnung des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«.
Wachstumsmotor Dienstleistungen
Im ersten Halbjahr haben die Dienstleistungsbranchen, die knapp 64 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung ausmachen, überwiegend zum Wachstum der rheinland-pfälzischen Wirtschaft beigetragen. Die kräftigsten Impulse kamen aus den Bereichen »Unternehmensdienstleister« sowie »Handel, Verkehr, Gastgewerbe«. Im Handel sind insbesondere die Einzelhandelsumsätze in den ersten sechs Monaten gestiegen, sie lagen um 3,4 Prozent über dem Vorjahreswert (Deutschland: 3%). Der Bereich Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur erzielte einen Umsatzzuwachs um ein Prozent (Deutschland: 1%), der Großhandel hatte ein leichtes Minus von 0,7 Prozent zu verzeichnen (Deutschland: 2,1%). Von den übrigen Dienstleistern kamen weitere Wachstumsimpulse insbesondere aus dem Gesundheitsbereich.
Baugewerbe mit kräftigem Umsatzwachstum
Das Baugewerbe entwickelte sich im ersten Halbjahr günstig, was vor allem auf das Ausbaugewerbe zurückzuführen ist. Hier stiegen die Umsätze in Rheinland-Pfalz um knapp 25 Prozent, im Bundesdurchschnitt war mit 4,1 Prozent ein deutlich geringerer Zuwachs zu verzeichnen. Im Bauhauptgewerbe war dagegen in Rheinland-Pfalz ein leichter Rückgang um 0,7 Prozent zu verzeichnen, in ganz Deutschland gab es einen leichten Anstieg um 1,5 Prozent. Das Baugewerbe trägt rund fünf Prozent zur rheinland-pfälzischen Wertschöpfung bei. Aus dem verarbeitenden Gewerbe, auf das rund 26 Prozent der gesamten Wertschöpfung entfällt, kamen dagegen, anders als in den vergangenen beiden Jahren, nur geringe Wachstumsimpulse. Im ersten Halbjahr 2012 stieg der Umsatz der Industriebetriebe in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2011 um 3,1 Prozent (Deutschland: 2,4%), allerdings hat es in für Rheinland-Pfalz bedeutsamen Branchen auch deutliche Preissteigerungen gegeben. Zum Anstieg des Gesamtumsatzes hat hauptsächlich die Auslandsnachfrage beigetragen. Die Auslandserlöse stiegen um 5,3 Prozent (Deutschland: 3,3%), die Inlandsumsätze um 0,6 Prozent (Deutschland: 1,7%). Den höchsten Zuwachs verzeichneten die Hersteller von chemischen Erzeugnissen, deren Erlöse um 7,3 Prozent stiegen, wobei die Auslandsnachfrage stärker zunahm (8,7%) als das Inlandsgeschäft (4,4%). Auch die Pharmaindustrie (6%), die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (5,9%) sowie der Maschinenbau (5,5%) verzeichneten deutlich mehr Umsatz als im ersten Halbjahr 2011.
Deutlich weniger stark legten die Geschäfte der Hersteller von Kraftwagen- und Kraftwagenteilen sowie von Metallerzeugnissen zu, die ein Umsatzplus von 1,3 bzw. 1,2 Prozent erzielten. In den übrigen Wirtschaftszweigen waren zum Teil deutliche Umsatzrückgänge zu verzeichnen. So gingen die Verkaufserlöse in der Metallerzeugung und -bearbeitung um 7,8 Prozent zurück, in erster Linie verursacht durch ein Minus im Inlandsgeschäft (-14,4%; Ausland: -1,2%). Spürbar weniger setzten auch die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren um (-4,6%).
Quelle: Statistisches Landesamt Bad Ems