Werner Simon zur Bildungspolitik: "Keinen zurücklassen!"
Kategorie: LVU
27.08.2009


Werner Simon, Hauptgeschäftsführer der LVU (Foto: Benz)
Werner Simon, Hauptgeschäftsführer der LVU (Foto: Benz)

„Wir können es uns auch angesichts sinkender Schülerzahlen nicht erlauben, irgendjemanden zurückzulassen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU), Werner Simon. Daher sei es wichtig, die Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf das Berufsleben vorzubereiten.

Simon teilt daher die Einschätzung der CDU Rheinland-Pfalz, die heute als Ergebnis ihrer Klausurtagung unter anderem die Punkte Unterrichtsausfall, Ausbildungsfähigkeit und Berufsorientierung als offene Baustellen erkannt und benannt hat.  

Unterrichtsausfall sei immer problematisch. Dies gelte aber in besonderem Maße, wenn hiervon die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) betroffen seien. Angesichts eines eklatanten Fachkräftemangels sei es nicht hinnehmbar, wenn gerade in diesem Fall weniger Unterricht stattfinde, als in der Lehrplänen vorgeschrieben sei, so Simon. In Deutschland fehlen zur Zeit rund 70.000 Ingenieure. Diese Zahl werde sich aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren weiter verschärfen, da mehr Ingenieure aus dem Berufsleben ausscheiden, als von den Universitäten nachkommen.  

In Sachen Ausbildungsfähigkeit verweist der LVU-Hauptgeschäftsführer auf die Umfrage der Unternehmerverbände hierzu. Die Umfrage liefert eindeutige Ergebnisse. Die Kenntnisse der Jugendlichen im Rechnen, Lesen und Schreiben sind aus Sicht von rund zwei Dritteln der Befragten zurückgegangen. Außerdem ist jeder zweite der Befragten davon überzeugt, dass sich die sozialen Kompetenzen verschlechtert haben. Von den Unternehmern wird außerdem beklagt, dass es den jungen Menschen heute an Ausdauer, Belastbarkeit und Eigeninitiative mangele und dass Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken, Lese- und Ausdrucksvermögen abgenommen hätten.  

Eine stärkere Berufsorientierung des Unterrichtes ist nach Ansicht von Simon sinnvoll. Gerade für praktisch begabte Schüler ist eine frühzeitige Verzahnung von theoretischem Schulunterricht und anschließender Berufsausbildung wichtig. Es müsse im Einzelfall noch deutlicher werden, dass der Unterrichtsstoff nicht nur dazu diene, die nächste Klausur zu bestehen, sondern dass es sich um Wissen handelt, das im Beruf und im Leben allgemein anwendbar ist.  

 









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