„Alt raus, jung rein“ funktioniert nicht
Kategorie: LVU
19.11.2009


Nicht jung, statt alt, sondern eine gesunde Mischung brauchen die Betriebe. Darum wäre eine Fortführung der Frühverrentungs-Praxis das falsche Signal. (Foto: Christiane Nill/ pixelio.de)
Nicht jung, statt alt, sondern eine gesunde Mischung brauchen die Betriebe. Darum wäre eine Fortführung der Frühverrentungs-Praxis das falsche Signal. (Foto: Christiane Nill/ pixelio.de)

„Die Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit muss wie im Gesetz vorgesehen Ende 2009 auslaufen. Die geförderte Altersteilzeit verursacht hohe Kosten für die Beitragszahler“, das stellt LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon in Reaktion auf die Äußerungen der rheinland-pfälzischen Arbeitsministerin Malu Dreyer klar.  

Außerdem bestehe die Gefahr, dass Frühverrentungsinstrumente nicht für mehr, sondern weniger Beschäftigung Älterer sorgen: „Welcher Unternehmer stellt denn einen 52-jährigen ein, wenn er befürchten muss, dass dieser drei Jahre später die Frühverrentung in Anspruch nehmen kann“, so Simon. Die aktuelle Regelung sieht die Frührente ab 55 Jahren vor.

"Eine Politik nach dem Motto "alt raus, jung rein" entspricht nicht den Situationen in den Betrieben. Sie können einen Facharbeiter mit 35 Berufsjahren Erfahrung nun einmal nicht mit einem Azubi ersetzen, wie es die Ministerin vorgeschlagen hat", sagt Simon. Angesichts der demografischen Lage und eines eklatanten Fachkräfte- und Ingenieurmangels könne man doch nicht ernsthaft die Signale auf Frührente stellen.  

Außerdem, so Simon, würden mit dieser Maßnahme die Beitragszahler über Gebühr belastet. Für Deutschland gilt: Die Förderung der Altersteilzeit durch die BA habe allein 2008 die Beitragszahler zur Arbeitslosenversicherung rund 1,35 Mrd. Euro gekostet. Die tatsächlichen Ausgaben haben sich damit gegenüber dem Jahr 2000 verfünffacht. Ein durchschnittlicher Altersteilzeitfall kostet die BA derzeit mehr als 50.000 Euro. Dagegen kostet die durchschnittliche Förderung eines Arbeitslosen zur Erlangung eines neuen Arbeitsplatzes mit Eingliederungszuschüssen weniger als 4.000 Euro; bei einer Trainingsmaßnahme sogar weniger als 300 €. Werner Simon: "Auch diese fiskalischen Auswirkungen müssen wir zur Kenntnis nehmen, wenn wir dieses Thema ernsthaft diskutieren wollen. Wir sind ja nicht bei "Wünsch-Dir-was"."

   









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