Die M+E-Industrie ist dem aktuellen Gesamtmetall-Gewinnreport zufolge im dritten Quartal tiefer ins Minus geraten, so dass sich für 2009 nach wie vor erstmals in der Nachkriegsgeschichte ein Abrutschen der gesamten Branche in die Verlustzone abzeichnet. Die M+E-Unternehmen erwarten demnach für das laufende Jahr im Durchschnitt nach Steuern 0,20 Euro Verlust je 100 Euro Umsatz.
Ursache sind die deutlich geringere Produktion, sinkende Erzeugerpreise und die hohen Kosten der Beschäftigungssicherung. Gesamtmetall-Chefvolkswirt Stahl erklärte, Hoffnungen auf eine klare Aufwärtstendenz seien verfrüht gewesen. Im dritten Quartal hätten die 31 im H-Dax notierten Unternehmen aus der Metallindustrie im Durchschnitt einen Verlust von 1,8 Prozent des Umsatzes verzeichnet, nach einem Minus von 0,8 und 0,2 Prozent in den ersten beiden Quartalen.
Die Beschäftigungssicherung und die damit einhergehenden höheren Lohnstückkosten belasteten die Betriebe sehr, so Stahl: „Im dritten Quartal 2009 waren immer noch 700.000 Beschäftigte der Branche in Kurzarbeit. Hier verbrennen die Unternehmen viel Geld.“ Nach der aktuellen Umfrage machen in diesem Jahr 45 Prozent der Unternehmen Verluste, nach rund 25 Prozent im Jahr 2008 und 8 Prozent 2007. Aktuell erwarteten 13 Prozent der Unternehmen eine Rendite von nur knapp über Null und nur 11 Prozent kämen auf mehr als 3,5 Prozent.
Die M+E-Produktion schrumpfte im Oktober um rund 1,5 Prozent. „Nach dem Rückgang bei den Auftragseingängen, die für die mittelfristigen Aussichten entscheidend sind, zeigen jetzt auch die Daten für die Produktion, dass die konjunkturelle Erholung noch keinesfalls in sicheren Bahnen verläuft“, sagte Stahl. Im Oktober ging auch der Auftragseingang im Vergleich zum September um 2,6 Prozent zurück. Die Unternehmen müssten in der Produktion fast 30 Prozent, im Auftragseingang rund 35 Prozent aufholen, um wieder das Niveau vor dem Absturz zu erreichen, sagte Stahl.
(Quelle: FAZ)
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