Die deutsche Exportwirtschaft wird nach BDI-Einschätzung erst 2014 wieder auf Vorkrisenniveau liegen. Zwar sei in diesem Jahr mit einem Anstieg der Ausfuhren um 4 Prozent zu rechnen, das sei aber nur etwa halb so viel Wachstum wie in den Jahren vor der Krise, sagte BDI-Präsident Keitel: "Die deutsche Exportindustrie ist auf dem Weg der Besserung, aber der Aufholprozess wird noch lange dauern."
Der BDI-Umfrage zufolge brachen die Industrieexporte in allen Weltregionen und allen Branchen ein. Auf Jahressicht dürfte der Rückgang im vergangenen Jahr demnach insgesamt rund 18 Prozent betragen. In den letzten Jahren vor der Krise hatte die jährliche Wachstumsrate der deutschen Exporte bei 8 Prozent gelegen. Gefahren drohten unter anderem durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken, die neue Finanzblasen entstehen lassen könne, warnte Keitel. Zudem stünden die Banken vor weiterem Abschreibungsbedarf. Auch der Protektionismus nehme weltweit zu, etwa durch entsprechende Vorschriften in den Konjunkturprogrammen.
Zur Verantwortung der neuen Bundesregierung sagte Keitel, sie habe mit dem Koalitionsvertrag die Weichen richtig gestellt für eine Belebung der Ausfuhren. „Jetzt kommt es auf eine schnelle Umsetzung an, um die Exporteure auf den Weltmärkten schnell wieder nach vorne zu bringen.“ Aktuell gehe es vor allem darum, die Vergabe von Exportkrediten und die Instrumente der Exportkreditversicherung zu verbessern.
(Quelle: BDI, afp)