26%-Rückgang der Zeitarbeitnehmer in der Krise
Kategorie: Deutschland
25.01.2010



„Die jetzt von der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Zahlen zur Arbeitnehmerüberlassung im ersten Halbjahr 2009 dokumentieren eindrucksvoll den Verlauf der Wirtschaftskrise in Deutschland“, stellte Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), angesichts des jüngsten Zahlenwerkes der Bundesagentur für Arbeit (BA) fest.  

„Innerhalb nur eines Jahres“, so der Hauptgeschäftsführer des mitgliederstärksten Zeitarbeitgeberverbandes, „reduzierte sich die Zahl der Zeitarbeitnehmerschaft seit Juni 2008 von 674.641 auf 498.774 um 175.867 – das entspricht 26 Prozent“. Im Zeitraum von Dezember 2008 bis einschließlich Juni 2009 sei das Arbeitnehmerpotenzial von 561.741 auf knapp unter 500.000 gesunken. Damit habe die Zeitarbeitsbranche sicherlich von allen Wirtschaftszeigen sicherlich mit die stärksten Einbrüche hinnehmen müssen. „Allerdings ist die Branche von ihrem Selbstverständnis her ja auf Flexibilität hin ausgerichtet. Wären die Zeitarbeitnehmer nicht gewesen, hätte die Krise die Wirtschaft wesentlich härter getroffen, denn dann hätten auch viele Unternehmen ihr Stammpersonal entlassen müssen“, betonte Stolz.

Besonders hart habe es die Hilfsarbeiter ohne nähere Tätigkeitsangabe getroffen, deren Zahl innerhalb nur eines halben Jahres von 198.751 auf 178.119 sank, was einem Verlust von rund zehn Prozent entspreche. Gleich 21 Prozent weniger Zeitarbeitnehmer verzeichnete die BA im Bereich der Schlosser und Mechaniker. 80.176 Arbeitnehmern im Dezember 2008 standen 63.150 im Juni 2009 gegenüber.  

Die Zeitarbeitsunternehmen nutzten laut iGZ-Hauptgeschäftsführer in dieser Zeit aber auch vielfach die neuen Möglichkeiten, die ihnen der Staat zu Verfügung stellte – wie etwa Kurzarbeit und Weiterbildungsmaßnahmen für die Zeitarbeitnehmerschaft. Qualifizierte Fachkräfte seien in der Zeit nach einer Krise wieder schneller in Arbeit zu vermitteln. Doch die Krise traf nicht alle Branchen: „Ein Plus von gleich 13 Prozent findet sich auf dem Sektor der Gesundheitsdienstberufe. Von Dezember 2008 bis Juni 2009 stieg hier die Zahl von 16.697 auf 19.246, Tendenz steigend“, unterstrich der Verbandsvertreter zufrieden. Zahlreiche Zeitarbeitsunternehmen seien der Krise offenbar gut organisiert entgegen getreten.  

Werner Stolz: „Von Dezember 2008 sank die Zahl der Erlaubnisinhaber bis Juni 2009 um 616 auf 24.549. Das entspricht einem Verlust von rund 2,4 Prozent.“ Mit dem Spätsommer 2009 habe sich die deutsche Wirtschaft von dem schweren Schlag langsam wieder erholt, was auch für ihren Frühindikator, die Zeitarbeit, gelte. Zum Jahreswechsel, erläutert der Hauptgeschäftsführer, seien bereits wieder rund 600 000 Zeitarbeitnehmer in Lohn und Brot gewesen.

 









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