 |   Podiumsdiskussion auf dem diesjährigen U-Tag (Foto: Benz)
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"Wir erwarten eine verantwortungsvolle und zukunftsgerichtete Wirtschaftspolitik für die nächste Legislaturperiode“, erklärte LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun anlässlich des diesjährigen Unternehmertages im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: „Damit rheinland-pfälzische Unternehmer noch mehr unternehmen können – Die Erwartungen an die Landesregierung 2011-2016“.
Bevor zu diesem Thema Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und die Oppositionsführer im Landtag, Christian Baldauf (CDU) und Herbert Mertin (FDP) diskutierten, machte Dr. Braun die Einschätzung der Unternehmer im Lande deutlich. In den vergangenen Monaten sei Vieles schnell und richtig – insbesondere mit Blick auf die Umsetzung des Konjunkturprogramms – entschieden worden. Nun sei es wichtig, nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurück zu fallen, sondern gemeinsam die weiteren Schritte einzuleiten: „Nur, weil es nicht mehr abwärts geht, heißt das nicht, dass die Krise hinter uns liegt“, warnte der LVU-Präsident.
Dazu gehöre vor allen Dingen eine Konsolidierung des Haushalts, der wirkliche Abbau von bürokratischen Lasten und die Achtung der Tarifautonomie durch einen Verzicht auf Mindestlöhne welcher Ausgestaltung auch immer. Die Einführung von Studiengebühren würde, so Dr. Braun, mit dazu beitragen, die Finanzausstattung der Universitäten weiter zu verbessern. Nötig sei außerdem eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft und eine Optimierung der Förderinstrumente.
Bei der Bildungspolitik bot er der Politik ausdrücklich die Mitarbeit der LVU an: „Wir engagieren uns schon heute ganz erheblich, unter anderem über die Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT, die mittlerweile in 35 regionalen Arbeitskreisen landesweit eine bemerkenswerte Graswurzelarbeit leistet“, sagte der LVU-Präsident. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Fachkräftemangels muss alles unternommen werden, dass mehr ausbildungsfähige und ausbildungswillige junge Menschen die Schulen mit einem ordentlichen Abschluss verlassen. Auch hier bieten die Unternehmerverbände ihre Mithilfe an. „Alleine ist diese Herkulesaufgabe nicht zu stemmen. Nur wenn Eltern, Lehrer und Unternehmen gemeinsam für bessere Bedingungen sorgen, werden wir dieses Ziel erreichen“, so der LVU-Präsident.
Es sei ebenso wichtig, auch junge Frauen mehr noch als bisher für die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu begeistern. Braun forderte ein gesellschaftliches Umdenken: "Familiäre Vorbilder sind ganz wichtig für die spätere Prägung von Kindern. Das gilt gerade für technische Begeisterung." Dies bestätigt auch der Bildungsexperte Prof. Dr. Lutz Fiesser: "Für die aktive Gestaltung von Technik sind Einstellungen notwendig, für die das Fundament in sehr frühem Alter gelegt wird. Entsprechende Anregungen sollten bereits in den ersten Lebensjahren selbstverständlich sein. Versäumnisse im Elternhaus können in den Kitas noch kompensiert werden, in der Grundschulzeit ist dann schon sehr viel mehr Aufwand notwendig. Wurde auch dort versäumt, Kindern die Freude an kreativen technischen Lösungen zu vermitteln, bestehen kaum noch Chancen dafür, diese Menschen für den Bereich Naturwissenschaft und Technik zu gewinnen."
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PM-LVU_Nr-13-10_U-Tag.pdf