 |   Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt - auch und gerade zum Beispiel in technischen Berufen - herzlich willkommen. (Foto: Fielstette)
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"Die Unternehmer in Rheinland-Pfalz brauchen qualifizierten Nachwuchs. Bereits jetzt verlassen aus Altersgründen mehr Ingenieure den Arbeitsmarkt, als neue von den Universitäten nachkommen. Da glaubt doch wohl niemand ernsthaft, dass es sich eine Wirtschaft leisten könnte, Frauen strukturell auf dem Arbeitsmarkt zu benachteiligen“, reagiert LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon auf entsprechende Äußerungen aus der SPD-Landtagsfraktion.
Im Gegenteil würden sich viele Unternehmen freuen, wenn sich mehr junge Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe entscheiden würden: "Die Personalchefs stehen bereit - nur es fehlt oft die Bereitschaft, sich für einen vermeintlichen Männerberuf zu entscheiden." Daher sei es richtig und wichtig, zum Beispiel mit Hilfe des Mädchenzukunftstages "Girls´ Day", junge Frauen mit solchen Berufen in Verbindung zu bringen. Allerdings sei der Girls´ Day in seiner jetzigen Form eher ein wirkungsloses Placebo, als der wesentliche Schritt nach vorn. Die Lernforschung habe erwiesen, dass sich das Zeitfenster für die Begeisterung junger Menschen für naturwissenschaftlich-technische Berufe spätestens im Grundschulalter schließe. Also müssten entsprechende Initiativen früher ansetzen: "Unsere Mitgliedsverbände in Rheinland-Pfalz investieren viel Geld in die Förderung der MINT-Begeisterung in Kindergärten und Grundschulen", berichtet Simon. Der Girl´s Day hingegen sei sicherlich eine willkommene Abwechselung vom Schulalltag für die Mädchen, effektiv sei er in dieser Form jedoch nicht.
Mit Blick auf die mittlerweile benachteiligten Jungen macht Werner Simon deutlich: "Wir dürfen vor lauter Mädchenförderung jetzt nicht solange warten, bis die Jungs hoffnungslos abgehängt sind, bevor wir entsprechende Maßnahmen ergreifen." Nötig sei eine geschlechterspezifische Förderung der jungen Menschen, damit alle gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben könnten.