 |   Der Unternehmenspreis Rohstoffwirtschaft 2010 für Innovation geht an die Firma Eisenberger Klebsandwerke GmbH aus Eisenberg. (Foto: Andreas Morlok/ pixelio.de)
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"Es geht bei der Rohstoffpolitik um die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung wichtiger Wirtschaftsstandorte in Rheinland-Pfalz. Wir stehen insbesondere auch zu unserer heimischen Rohstoffindustrie." Das betonte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf dem Rohstofftag 2010 in Höhr-Grenzhausen.
Im Rahmen des Rohstofftages verlieh der Wirtschaftsminister auch den Unternehmenspreis Rohstoffwirtschaft 2010 für Innovation an die Firma Eisenberger Klebsandwerke GmbH aus Eisenberg. "Der Preis soll dazu beitragen, nachahmenswerte Beispiele unternehmerischer Leistungen in der Branche 'Rohstoffwirtschaft', deren Bedeutung über das Einzelunternehmen hinaus ausstrahlt, bekannt zu machen", sagte Hering. Die gesicherte und wettbewerbsfähige Versorgung mit heimischen Rohstoffen sei eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Wirtschaft des Landes.
Die Jury, die aus Fachleuten der Rohstoffwirtschaft und dem Wirtschaftsjournalisten Gerhard Hohmann bestand, hatte die eingereichten Unterlagen zuvor eingehend geprüft. Es können Unternehmen ausgezeichnet werden, die in Rheinland-Pfalz mindestens einen Gewinnungsbetrieb für mineralische Rohstoffe unterhalten. Die herausragenden Leistungen sollen auf dem Gebiet einer technischen Innovation erbracht worden sein. Der Unternehmenspreis Rohstoffwirtschaft für Innovation wurde zum vierten Mal verliehen.
In Höhr-Grenzhausen, dem Herz des Metall & Keramik-Clusters, wird diese enge Verknüpfung von Rohstoffgewinnung und innovativer Weiterverarbeitung intensiv weiterentwickelt. Die engagierte Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der vielen verschiedenen Institute aus den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und dem Westerwaldkreis führen die Traditionen des Westerwälder Tonbergbaus unter modernen Vorzeichen erfolgreich fort.
Die Rohstofftage finden seit 2000 alle zwei Jahre in verschiedenen Regionen des Landes statt. Der Rohstofftag Rheinland-Pfalz ist ein Branchentreffen aller an der Gewinnung und Weiterverarbeitung mineralischer Rohstoffe beteiligter Unternehmen, Kommunen, Behörden und Ingenieurbüros. Er ist gleichzeitig eine Branchenschau, auf der aktuelle Informationen aus Rohstoffwirtschaft und Rohstoffpolitik, über Gewinnungstechnik und Wiedernutzbarmachung ausgetauscht werden.
Preisträger 2010: Fa. Eisenberger Klebsandwerke GmbH, Eisenberg
Die Eisenberger Klebsandwerke, die ihre Entstehung einer großen Klebsandlagerstätte im Eisenberger Becken verdanken, können mittlerweile auf eine108-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Das Unternehmen besitzt Tochtergesellschaften und Beteiligungen in Frankreich, Italien, Brasilien und Slowenien sowie Vertretungen in zahlreichen weiteren Ländern der Erde.
Das hochmoderne Werk in Eisenberg/Pfalz fertigt hochqualitative Produkte z.B. für Gießereien, Nichteisengießereien, Stahlwerke und Zementfabriken. Eine konsequente und zielgerichtete Forschung & Entwicklung stellt dabei sicher, dass die Produkte immer dem neuesten Stand der Technik entsprechen.
In einem F+E-Projekt gelang es den Eisenberger Klebsandwerken im Rahmen eines bilateralen Forschungsvorhabens mit Dr. Wolfgang Schärfl von der TU Bergakademie Freiberg, ein neues Produkt auf der Basis des heimischen Rohstoffes Klebsand zu entwickeln. In dem Projekt wurde verfahrenstechnisches Know-how (Granulierverfahren) mit chemischem Know-how über Prozessadditive (Grenzflächenchemie) verknüpft. Diese Kombination ermöglichte die Mischung hydrophiler (Klebsand) und hydrophober (Kohlenstoff) Bestandteile.
Die Entwicklung ist gut strukturiert und wurde systematisch vom Laboransatz in den Produktionsmaßstab überführt und dokumentiert. Die Entwicklung nutzt verstärkt die heimische Klebsandlagerstätte und macht die Produktion des Unternehmens ein Stück weit unabhängiger von Engpässen auf dem internationalen Rohstoffmarkt und den damit einher gehenden enormen Kostensteigerungen auf diesem Sektor.