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Kategorie: Rheinland-Pfalz 20.07.2010
 |   In den Landkreisen stieg das Bruttoinlandsprodukt deutlich stärker, als in den kreisfreien Städten - allerdings auch von einem deutlich niedrigeren Niveau. (Foto: Rainer Sturm/ pixelio.de)
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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2008 in den Landkreisen stärker gestiegen als in den kreisfreien Städten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stieg der Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen in den Landkreisen um 2,8 Prozent, in den kreisfreien Städten betrug der Zuwachs 1,2 Prozent.
Das rheinland-pfälzische Bruttoinlandsprodukt erreichte im Jahr 2008 nominal 106,4 Milliarden Euro, 2,2 Prozent mehr als im Jahr 2007. Davon wurden knapp 61 Prozent in den Landkreisen und gut 39 Prozent in den kreisfreien Städten erbracht. Die wirtschaftsstärksten Verwaltungsbezirke waren die kreisfreien Städte Ludwigshafen, Mainz und Koblenz; dort wurden zusammen rund 22 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes erwirtschaftet. Stärkste Landkreise waren der Westerwaldkreis, Mayen-Koblenz und Mainz-Bingen.
Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen lag in den Landkreisen mit rund 55.800 Euro deutlich unter dem Wert in den kreisfreien Städten mit 59.800 Euro. Der Durchschnitt der Städte wurde maßgeblich von Ludwigshafen bestimmt; dort lag die Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen mit 85.700 Euro rund 50 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Den höchsten Pro-Kopf-Wert unter den Landkreisen hatte Mainz-Bingen mit 69.250 Euro aufzuweisen. Unter 50.000 Euro lagen lediglich Neustadt an der Weinstraße sowie die Landkreise Cochem-Zell und Birkenfeld.
Die Finanzmarktkrise hatte in der zweiten Jahreshälfte 2008 bereits spürbar die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst. Die Rückgänge des nominalen Bruttoinlandsprodukts in Ludwigshafen (minus 3,5 Prozent) und im Landkreis Germersheim (minus 1,1 Prozent) sind auf die gesunkene Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen, das hier ein hohes Gewicht hat und von der Krise besonders getroffen wurde.
Langfristige Entwicklung
Auch über den längeren Zeitraum von 2000 bis 2008 betrachtet fiel der Anstieg in den Landkreisen im Mittel stärker aus (plus 20,1 Prozent) als in den kreisfreien Städten (plus 12,2 Prozent). Der Landkreis Germersheim ist im Zeitraum von 2000 bis 2008 am stärksten gewachsen (plus 46 Prozent). Insbesondere in den Jahren 2006 und 2007 hatte es einen kräftigen Zuwachs der Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe gegeben, zu dem hauptsächlich der dort ansässige, anteilsstarke Fahrzeugbau beitrug. Eine beträchtliche Zunahme seit dem Jahr 2000 hatten auch der Landkreis Mainz-Bingen (plus 28,7 Prozent) und der Donnersbergkreis (plus 25,8 Prozent) zu verzeichnen. Auch dort wurde die Entwicklung maßgeblich von der Industrie beeinflusst.
Unter den kreisfreien Städten hatte Zweibrücken mit plus 37,1 Prozent einen deutlichen Zuwachs zu verzeichnen, was ebenfalls in erster Linie auf die kräftige Zunahme der Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe in den Jahren 2005 bis 2008 zurückzuführen ist. Weit über dem Durchschnitt lagen die Veränderungsraten außerdem in Trier und Worms mit plus 25 bzw. 24,1 Prozent. Wesentlich ungünstiger verlief die Entwicklung dagegen in den Städten Mainz (plus 4,8 Prozent) und Pirmasens (minus 0,2 Prozent). Während in Pirmasens die wirtschaftliche Entwicklung seit dem Jahr 2000 mehr oder weniger stagniert, beruht die deutlich unterdurchschnittliche Entwicklung in Mainz im Wesentlichen auf dem Standortwechsel eines Unternehmens.
In fast allen Städten und Landkreisen lag der Anteil der Dienstleistungsbereiche weit über dem des produzierenden Gewerbes. Nur in der Stadt Ludwigshafen und im Landkreis Germersheim dominierte das produzierende Gewerbe mit einem Anteil von 65 bzw. 54 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung. Dagegen trugen in den Städten Neustadt an der Weinstraße, Koblenz, Mainz und Landau in der Pfalz die Dienstleistungsbereiche mehr als 80 Prozent zur gesamten Wertschöpfung bei. Im Durchschnitt wurden in den kreisfreien Städten gut zwei Drittel der Wertschöpfung in den Dienstleistungsbereichen erbracht. Der Anteil des produzierenden Gewerbes lag bei 32,6 Prozent und nur 0,4 Prozent entfiel auf die Land-und Forstwirtschaft. In den Landkreisen lagen die Anteile der Dienstleistungsbereiche (65,5 Prozent) und des produzierenden Gewerbes (32,3 Prozent) jeweils etwas niedriger als in den kreisfreien Städten, da hier mit 2,2 Prozent ein größerer Anteil auf die Landwirtschaft entfiel.
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