Ifo: Geschäftsklimaindex im Steigflug
Kategorie: Deutschland
23.07.2010


Der Ifo-Geschäftsklima-Index meldet den stärksten Anstieg seit der Wiedervereinigung. (Foto: pixelio.de)
Der Ifo-Geschäftsklima-Index meldet den stärksten Anstieg seit der Wiedervereinigung. (Foto: pixelio.de)

Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Juli angesichts klar verbesserter Geschäftserwartungen von 101,8 auf 106,2 Punkte gestiegen und markiert damit den größte Anstieg seit der Wiedervereinigung. Die Unternehmen berichten von einer erheblich besseren Geschäftslage als im vergangenen Monat, der entsprechende Index legte von 101,2 auf 106,8 Punkte zu.

„Im verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima stark aufgehellt. Die Geschäftslage der Industrieunternehmen hat sich klar verbessert. Zudem sind die Befragungsteilnehmer wieder optimistischer in Bezug auf ihre Geschäfte in den nächsten sechs Monaten. Hinsichtlich des Auslandsgeschäfts sehen die Unternehmen ähnlich gute Exportchancen wie im vergangenen Monat“, heißt es weiter. Auch die Kapazitätsauslastung in der Industrie liege nur noch leicht unterhalb des langjährigen Durchschnitts.

Die Personalplanungen der Unternehmen seien günstiger als bisher und deuteten auf einen leichten Beschäftigungsaufbau hin. Ifo-Konjunkturexperte Abberger konstatierte eine "recht robuste Aufwärtsbewegung" der deutschen Wirtschaft. Der starke Anstieg zeige, "nach dieser harten Krise, die hinter uns steckt, können wir nun doch durchatmen", sagte Abberger, der allerdings „keine Entwarnung“ geben wollte, weil weiter Risiken bestünden: "Wir können die Krise nicht abhaken, aber wir können tief durchatmen."

Die größten Risiken bestünden im Bankenbereich, in der bereits wieder nachlassenden Dynamik der Weltwirtschaft, in den von vielen Staaten eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen sowie in den starken Wechselkursschwankungen. Zudem lasse im internationalen Umfeld das Wachstumstempo schon wieder nach: „Gerade Länder wie China, Indien und Brasilien, von denen Deutschland profitiert, schwenken bereits wieder auf Dämpfung um, weil ihre Konjunktur zu überhitzen droht. Von daher wird international das Tempo etwas langsamer.“

Abberger befürchtet allerdings nicht, dass diese Risiken erneut zu einer Rezession führen könnten: "Man kann sicher nicht davon ausgehen, dass es so stürmisch weitergeht, aber die Erholung und der Aufwärtstrend sind robust."

(Quelle: ifo, Dow Jones)

 









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