Auftragseingänge weiter uneinheitlich
Kategorie: Rheinland-Pfalz
02.09.2010


Die Auftragslage in der rheinland-pfälzischen Industrie hat sich im Juli 2010 leicht verschlechtert. (Foto: C. Nöhren/ pixelio.de)
Die Auftragslage in der rheinland-pfälzischen Industrie hat sich im Juli 2010 leicht verschlechtert. (Foto: C. Nöhren/ pixelio.de)

Die Auftragslage in der rheinland-pfälzischen Industrie hat sich im Juli 2010 leicht verschlechtert. Verglichen mit dem Vormonat sanken die Bestellungen um 1,4 Prozent, nachdem sie im Juni noch um 7,1 Prozent gestiegen waren. Ursache für den aktuellen Nachfragerückgang war das Ausland: die Auftragseingänge aus dem Ausland verringerten sich um 4,5 Prozent. Die Bestellungen aus dem Inland nahmen dagegen um 2,5 Prozent zu.

Im stabileren Zweimonatsvergleich (Juni/Juli gegenüber April/Mai) ergibt sich ein Zuwachs an Aufträgen (plus 3,5 Prozent).

Drei der vier großen Branchen der rheinland-pfälzischen Industrie mussten im Juli deutliche Nachfragerückgänge hinnehmen. Die chemische Industrie verbuchte ein Minus von 6,6 Prozent, im Maschinenbau verringerten sich die Auftragseingänge um 13,1 Prozent und im Bereich "Herstellung von Metallerzeugnissen" um 5,8 Prozent. Lediglich der Fahrzeugbau verzeichnet einen kräftigen Nachfrageanstieg (plus 22,5 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich im Juli 2010 ein hoher Zuwachs bei den Bestellungen (plus 20,6 Prozent). Wie schon in den Monaten zuvor legten die Auftragseingänge aus dem Ausland (plus 22,8 Prozent) stärker zu als die Nachfrage aus dem Inland (plus 18,1 Prozent). Alle vier großen Bereiche des rheinland-pfälzischen verarbeitenden Gewerbes verbuchten im Vergleich zum Vorjahr höhere Bestellungen. Die mit Abstand stärkste Zunahme verzeichnete der Fahrzeugbau mit einem Plus von 96,7 Prozent. Die Ursache hierfür liegt ganz wesentlich im Ausland: Während die Nachfrage aus dem Inland gegenüber Juli 2009 um 52 Prozent stieg, erhöhte sich die Auslandsnachfrage um 152 Prozent. Bei den Vergleichen zum Vorjahr muss allerdings beachtet werden, dass die Indexwerte der Vorjahresmonate infolge der globalen Wirtschaftskrise sehr niedrige Niveaus aufweisen. Die hohen Zuwachsraten beruhen also zu einem erheblichen Teil auf einem statistischen Basiseffekt.

Umsätze

Die Umsätze der rheinland-pfälzischen Industrie sind im Juli 2010 im Vergleich zum Vormonat kräftig gesunken (minus 7,3 Prozent). Die Inlandsumsätze verringerten sich um 3,6 Prozent und die Umsätze im Ausland um 10,6 Prozent. Alle vier großen rheinland-pfälzischen Industriebranchen verzeichneten im Juli erhebliche Einbußen.

Gegenüber Juli 2009 entwickelten sich die Industrieumsätze dagegen durchweg positiv (insgesamt: plus 17,1 Prozent). Die Auslandsumsätze legten mit plus 23,6 Prozent erneut deutlich stärker zu als die Inlandsumsätze (plus 10,9 Prozent). Alle vier großen Industriebereiche verbuchten ein Umsatzplus - am stärksten die Chemie (plus 36,4 Prozent). Auch für diesen Indikator gilt, dass die Indexwerte im Vorjahr aufgrund des kräftigen Konjunktureinbruchs sehr niedrige Werte aufweisen.

Die Schnellmeldung zur Konjunktur im verarbeitenden Gewerbe stellt auf der Basis der vorläufigen Ergebnisse für die größten Industriebranchen in Rheinland-Pfalz monatlich die Auftragseingänge (real) und den Umsatz (nominal) in Form von Indizes und Veränderungsraten gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat bereit. Die Daten sind dem Monatsbericht für Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden entnommen. Für diesen Bericht melden regelmäßig 1.000 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten. Endgültige Ergebnisse zu den Auftragseingängen und den Umsätzen werden etwa drei bis vier Wochen nach den vorläufigen Daten veröffentlicht.


Links:

www.statistik.rlp.de








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