 |   Die Teilnehmer des LVU-Seminars zur Internetsicherheit folgten gebannt den Expertenausführungen. (Foto: Speker)
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Der Umgang mit Daten im Alltag findet allzu oft sehr sorglos statt. Darum hat die LVU zu einer Tagung „Wie sicher bewegen wir uns im Netz?“ nach Mainz eingeladen, in der sehr eindringlich die Gefahren dargestellt und vorgeführt wurden, die im weltweiten Netz lauern. Zunächst hat Polizeioberkommissar Dirk Hartenberger vom BeratungsZentrum Polizei eine umfangreiche Gefahrenanalyse und –beschreibung vorgenommen. Sein Fazit ist ernüchternd und lautete: „Sicherheit gibt es im Internet nicht – und bei Smartphones schon gar nicht.“
Im Anschluss daran führte der IT-Experte Tobias Schrödel in einem mitreißenden und humorvollen Vortrag vor, wie einfach und schnell sich – mit der entsprechenden Software ausgerüstet – gesperrte Excel-Dateien hacken lassen und sich sogar passwortgeschützte und gezippte Word-Dateien mit einem Mausklick in wenigen Sekunden Wartezeit öffnen lassen. Allerdings wies Schrödel darauf hin, dass es durch die Wahl komplizierter Passwörter, die auch aus Sonderzeichen bestehen, durchaus möglich sei, einen deutlich höheren Schutzeffekt zu erreichen. So brauchen auch die herkömmlichen Hacker-Programme bei einem Passwort, das aus zwölf Zeichen inklusive Sonderzeichen besteht, immer noch 1,89 Milliarden Jahre, um sicher eine Lösung zu errechnen: „Und wenn es dann einer knackt, darf Ihnen das auch egal sein“, so Schrödel augenzwinkernd.
Er wies zudem auf die Gefahr des „Keycatchers“ hin. Dabei handelt es sich um ein kleines Verbindungsstück, das zwischen Tastatur und Computer angebracht wird und das stündlich die Tastaturanschläge per WLAN-Modem an einen Empfänger meldet. Die besonderen Vorteile von pdf-Dateien (keine versteckten Meta-Daten) sowie deren besondere Nachteile (besonders geeigneter Träger für Viren) stellte Schrödel ebenso vor, wie die fast unsichtbaren „Tracking Dots“, mit denen moderne Farblaser-Drucker einen Mini-Fingerabdruck auf jedem Ausdruck hinterlassen. Er wies darauf hin, dass USB-Sticks in aller Regel das „Einfallstor Nr. 1“ für Hacking-Software in Unternehmens-Netzwerke darstellen.
„Wir haben viel Neues gelernt. Und sicher wird der eine oder andere sein Verhalten im Internet kritisch hinterfragen“, fasste LVU-Justitiar Niklas Benrath am Ende der Veranstaltung die Eindrücke der Teilnehmer zusammen.