154.500 Fachkräfte fehlen in Deutschland
Kategorie: Deutschland
12.08.2011


Im Juli fehlten den Unternehmen 154.500 Fachkräfte mit entsprechenden Qualifikationen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die MINT-Lücke um fast 135 Prozent angestiegen. (Foto: BASF SE)
Im Juli fehlten den Unternehmen 154.500 Fachkräfte mit entsprechenden Qualifikationen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die MINT-Lücke um fast 135 Prozent angestiegen. (Foto: BASF SE)

Der Mangel an Fachkräften im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Im Juli fehlten den Unternehmen 154.500 Fachkräfte mit entsprechenden Qualifikationen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die MINT-Lücke um fast 135 Prozent angestiegen. Dies haben neueste Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ergeben.

Stark gewachsen ist auch die Zahl der noch erwerbstätigen MINT-Akademiker, die älter als 65 Jahre sind. Sie hat sich innerhalb von zehn Jahren von 20.000 auf 49.000 erhöht. Bei MINT-Akademikern ist jeder siebte zwischen 65 und 69 Jahren erwerbstätig. Im Durchschnitt ist dies bei jeder zwölften Person der Fall.

Thomas Sattelberger, Vorsitzender der von BDA und BDI getragenen Initiative „MINT Zukunft schaffen“ und Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, sagt: „Die deutsche Wirtschaft schöpft das inländische Fachkräftepotenzial auch in bisher nicht ausreichend genutzten Bereichen aus. Ohne ältere Arbeitnehmer wäre die MINT-Lücke weitaus größer. Die Wertschöpfungsverluste der Unternehmen lägen noch höher.“

Er betont weiter: „Die steigende Zahl von Studierenden in den Ingenieurwissenschaften ist erfreulich. Möglichst viele müssen ihr Studium aber auch erfolgreich abschließen. Es kommt darauf an, die Abbrecherquote durch gute praxisorientierte Lehre und gezielte Unterstützung am Beginn des Studiums zu senken.“

Thomas Sattelberger ergänzt: „Das allein wird nicht ausreichen, die hohe Nachfrage nach Fachkräften zu decken. Wir brauchen parallel gesteuerte Zuwanderung, die sich an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientiert. Ausländische Absolventen deutscher Hochschulen sollten, wenn sie hier einen Arbeitsplatz gefunden haben, dauerhaft bleiben dürfen. Das wäre eine gelebte Willkommenskultur für qualifizierte Zuwanderer.“









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