 |   LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon
|
"Es ist - um mit es den Worten der Ministerin zu sagen - ein Trauerspiel, wie schamlos hier Äpfel mit Birnen verglichen werden, um vermeintlich einfache Wahrheiten unter das Volk zu bringen", reagiert der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU), Werner Simon, auf die aktuellen Äußerungen der Frauenministerin Irene Alt zum Thema "Frauenquote". Immer wieder würden in diesem Zusammenhang die Werte der 30 DAX-Unternehmen herangezogen, um die Situation bei den vielen Hunderttausenden von Unternehmen im Land zu beschreiben.
Richtig sei vielmehr, dass die Unternehmen in den vergangenen Jahren den Anteil von Frauen in Führungspositionen bereits kontinuierlich ausgebaut haben, so Simon. Deutschlandweit seien bereits heute 28 Prozent aller Führungspositionen mit Frauen besetzt. "Damit ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen genauso hoch wie Anteil der vollzeitbeschäftigten Frauen an der Bevölkerung – nämlich 30 Prozent." Weitere Fakten aus der 4. Bilanz Chancengleichheit, in der die Bundesregierung gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft die aktuelle Situation dokumentiert: Bei jüngeren Fachkräften (bis 39 Jahre) sind 38 Prozent von Frauen besetzt. Der Mittelstand geht hier mit gutem Beispiel voran. In der ersten Führungsebene liegt der Frauenanteil je nach Unternehmensgröße zwischen 20 und 27 Prozent und auf der zweiten Führungsebene bei 37 bis 51 Prozent.
Leider nehme die Frauenministerin diese fundierten Zahlen nicht zur Kenntnis und argumentiert mit den ihr genehmen Werten von 30 ausgesuchten Unternehmen aus Deutschland. "So kommen wir dem gemeinsamen Ziel, den Anteil von Frauen in der Erwerbstätigkeit insgesamt und daran angemessen auch in den Führungspositionen zu erhöhen keinen Jota näher", erklärt der LVU-Hauptgeschäfstführer. Für eine konstruktive Diskussion über dieses Thema stehe die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz selbstverständlich auch Frau Alt zur Verfügung. "Wenn ihr an dem Thema wirklich inhaltlich gelegen ist, dann sollte sie Kontakt mit denen aufnehmen, die die Arbeitsplätze gestalten und zur Verfügung stellen und die ohnehin schon bestehenden Anstrengungen zur Erhöhung des Frauenanteils im Beruf unterstützen, statt nur plakativ gemeinsam mit Frauenverbänden Anklage zu führen. Denn eine Quote diskriminiert Frauen, da sie fortan im Verdacht stehen würden, ihre Position nicht mehr einzig ihrer Leistung zu verdanken.“
Dateien:
PM-LVU_Nr-10-11_Frauenquote-II.pdf