Gesamtmetall kritisiert Familienpflegezeit-Gesetz
Kategorie: Deutschland
20.10.2011


Pflegefälle dauern im Schnitt acht Jahre und sind völlig verschieden gelagert. Darauf weist Gesamtmetall in der aktuellen Diskussion um eine Familienpflegezeit von maximal zwei Jahren hin. (Foto: Christiane Nill/ pixelio.de)
Pflegefälle dauern im Schnitt acht Jahre und sind völlig verschieden gelagert. Darauf weist Gesamtmetall in der aktuellen Diskussion um eine Familienpflegezeit von maximal zwei Jahren hin. (Foto: Christiane Nill/ pixelio.de)

Das heute vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Familienpflegezeit verursacht zusätzlichen Aufwand und Kosten für die Unternehmen, ohne die Pflege auf langfristig sichere Grundlage zu stellen, kritisiert der Arbeitgeberverband Gesamtmetall: "Das verabschiedete Gesetz löst keine Probleme, sondern schafft nur viele neue", so Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Sons.

Für Mitarbeiter, die Angehörige pflegen wollen, gebe es bereits heute Rechtsansprüche auf Teilzeit sowie eine Vielzahl von auf den Einzelfall zugeschnittenen Lösungen in den Betrieben. Der bürokratische Aufwand der durch den Arbeitgeber vorfinanzierten Pflege stehe gerade für die kleineren Unternehmen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Pflegefälle dauerten im Schnitt acht Jahre und seien völlig verschieden gelagert. Daher müssten die Betriebe mit ihren Mitarbeitern individuelle Lösungen finden. Das könne im einen Fall Teilzeit sein, in einem anderen vielleicht die Möglichkeit von Telearbeit. "Diese passgenauen Lösungen werden durch eine starre Einheitslösung eher beschädigt als gefördert", sagte Sons.

Vor allem aber drücke sich die Politik vor der Frage, wie qualifizierte und bezahlbare Pflege in einer alternden Gesellschaft organisiert werden könne, erklärte Sons. "Die Betriebe und das Arbeitsrecht sind dafür die falschen Ansatzpunkte. Die Pflegeversicherung muss neu geordnet und demografiefest gemacht werden – durch eine schrittweise Umstellung von der heutigen Umlagefinanzierung auf ein kapitalgedecktes System sowie Reformen auf der Leistungsseite." Man könne nicht auf der einen Seite den Fachkräftemangel konstatieren und dann die Pflege eben diesen Fachkräften aufbürden, die in den Betrieben dann schmerzlich fehlten.



Links:

www.gesamtmetall.de/gesamtmetall/meonline.nsf/id/News-Pressekonferenz-Kannegiesser-17102011-Produktion-auf-Vorkrisenniveau








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