„Stille Reserve“ fürs Berufsleben aktivieren
Kategorie: Rheinland-Pfalz
05.12.2011


„Die zentralen Fragen lauten: Wie können wir das Angebot an Erwerbspersonen erhöhen? Wer beteiligt sich in welcher Form am Arbeitsmarkt?“, erklärt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. (Foto: Hubert van Roy/ pixelio.de)
„Die zentralen Fragen lauten: Wie können wir das Angebot an Erwerbspersonen erhöhen? Wer beteiligt sich in welcher Form am Arbeitsmarkt?“, erklärt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. (Foto: Hubert van Roy/ pixelio.de)

Sie können einen guten Schulabschluss und eine solide Ausbildung vorweisen. Sie sind zuverlässig, engagiert und fit in Planung, Organisation und Zeitmanagement. Viele Frauen haben ein Bewerberprofil, wie Arbeitgeber es sich wünschen. Aber: Viele dieser Frauen sind nicht im Job, sondern bringen ihre Fähigkeiten ausschließlich in ihrem „Familienunternehmen“ ein.

Angesichts rückläufiger Bevölkerungszahlen und stabiler Konjunktur wird es auch in Rheinland-Pfalz zunehmend wichtiger diese Potentiale zu nutzen und Chancen zu erkennen, den es ist schon jetzt für viele Branchen schwierig, qualifiziertes Personal zu finden. „Die zentralen Fragen lauten: Wie können wir das Angebot an Erwerbspersonen erhöhen? Wer beteiligt sich in welcher Form am Arbeitsmarkt?“, erklärt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. Das Augenmerk richtet sich z.B. auf Langzeitarbeitslose und die Generation Ü 50. Das größte Potenzial aber sind die Frauen.

Im Jahresdurchschnitt 2010 waren landesweit 55.300 Frauen arbeitslos gemeldet, zwei Drittel davon im Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Knapp die Hälfte bringt eine gute Qualifikation mit: 43,3 Prozent haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, 4,1 Prozent sogar einen akademischen Abschluss.

Die Zahl der Frauen, die (wieder) im Berufsleben Fuß fassen könnten, liegt weit über der der weiblichen Arbeitslosen. Tausende in Rheinland-Pfalz sind nicht gemeldet – zum Teil gewiss, weil sie sich keine Chancen ausrechnen, zu einem großen Teil aber auch, weil sie Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Nach Schätzungen des IAB Regional auf der Grundlage der Daten des Statistischen Landesamtes (Basis Mikrozensus 2010 und IAB) zählen zur sogenannten „Stillen Reserve“ im Alter zwischen 25 und 65 Jahren rund 102.500 Frauen. Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung geht davon aus, dass bundesweit rund 28 Prozent aller Frauen zwischen 25 und 59 Jahren nicht erwerbstätig sind.

Heidrun Schulz ist überzeugt: „Viele dieser Frauen können motiviert werden, in den Arbeitsmarkt einzusteigen, wenn sich Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren lassen. Natürlich sind die Betreuungsstrukturen in dieser Frage wichtig aber hier sind auch die Unternehmen im eigenen Interesse gefragt. Wer ein familienfreundliches Umfeld schafft, bietet Anreize für Frauen und Männer und hat es leichter, Fachkräfte zu finden bzw. zu halten.“ Auch die Arbeitsagenturen leisten ihren Beitrag. Die Arbeitgeberservices (AGS) und die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) informieren über und sensibilisieren für eine familienorientierte Personalpolitik. Sie zeichnet sich aus durch flexible Arbeitszeitmodelle, Telearbeit, Kinderbetreuung im Alltag und in den Ferien, Kontakt und Projektteilnahme während der Elternzeit, Ausbildung in Teilzeit…

Beschäftigte, die solche Angebote nutzen können, arbeiten nachweislich stressfreier und engagierter. Und Betriebe, die diesen Weg gehen, sammeln viele positive Erfahrungen – besonders mit Frauen, die nach der „Familienpause“ erneut einen Job aufnehmen. Susanne Arzig, Managementbeauftragte der INTERTRONIC Computer GmbH in Wörrstadt, hat erkannt: „Für Unternehmen in Deutschland – insbesondere für wissensbasierte Dienstleistungen – sind Wiedereinsteigerinnen ein wichtiges Arbeitskräftepotenzial, weil wir nicht auf gut ausgebildeter Mitarbeiterinnen verzichten können – ein Kind zu haben bedeutet schließlich nicht den Verlust des Verstandes.“ Ulrike Hilgers, stellvertretende Heimleiterin des Seniorenhauses Zur Buche in Konz, ergänzt: „Durch den demografischen Wandel wird unsere Gesellschaft immer stärker altern. Gerade im Bereich der Pflege und Betreuung von Senioren brauchen wir die Lebenserfahrung und soziale Reife der Wiedereinsteigerinnen als wichtige Qualitäten.“

Ausführliche Informationen über das Angebot der Bundesagentur für Arbeit zu diesem Thema gibt es im Internet unter www.arbeitsagentur.de unter der Rubrik Unternehmen/Arbeitsmarktinformationen/Moderne Personalpolitik.

 









« zurück

Die Zukunft des Elektroautos

Unsere Mitgliedsverbände
Loading problems.

Mitgliederservice



Pressemitteilungen
Schweigeminute für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt
[mehr]
LVU-Vorstand trifft Leitung der Evangelischen Kirchen
[mehr]
LVU-Präsident Braun zum Defizit in 2011
[mehr]
LVU-Präsident Dr. Braun: „Die Politik sollte die Quelle weiter sprudeln lassen.“
[mehr]
LVU-Präsident Dr. Braun: "Rente mit 67 ist unverzichtbar"
[mehr]
RSS Feeds von Xing
XING
Die neuesten Forenbeiträge in XING-Gruppe "Wirtschaft in...

Im März 2012 verzeichnete die rheinland-pfälzischen Industrie einen preisbereinigten Rückgang bei den Bestellungen von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Deutschland...
// Chemie bietet Bewerbern reale Chance auf eine berufliche Zukunft Die chemische Industrie wendet sich mit einem neuen Förderprogramm an noch nicht ausbildungsreife junge Erwachsene, die wegen...
// Reifenhersteller in Bad Kreuznach unterstützt zwei junge Erwachsene beim Einstieg in die Ausbildung Nach einem achtmonatigen Praktikum hat Michelin in Bad Kreuznach jetzt mit Jennifer...
Volltextsuche