 |   Die offizielle Inbetriebnahme der neuen Erdgasleitung (v.l.): Albert Theis (Betriebsleiter Müllerkalk), Jörg Ramcke (Kaufmännischer Leiter Wotan Zement und Müllerkalk), Marian Schmidt (Leiter Netzservice Mitte bei der EVM), Willi Lanser (EVM-Geschäftskundenbetreuer), Katharina Gardyan (EVM-Pressesprecherin), Alois Reinarz (Ortsbürgermeister Üxheim) und Christopf Schüller (EVM). Bild: EVM
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Am 20. Dezember hat die Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM) die neugebaute Erdgasleitung zwischen Hillesheim und Üxheim im Beisein von Alois Reinarz, Ortsbürgermeister von Üxheim, offiziell in Betrieb genommen. Erste Erdgaskunden an der 10,4 Kilometer langen Leitung sind die Nikolaus Müller Kalkwerk-Natursteinwerke GmbH & Co. KG (Müllerkalk) und die Portlandzementwerk Wotan H. Schneider KG (Wotan Zement). „Erdgas ist der umweltschonendste aller fossilen Energieträger“, sagte Katharina Gardyan, Pressesprecherin der EVM. „Gut 50 Prozent der Privathaushalte entscheiden sich heute für Erdgas und auch in Gewerbe- und Industriebranchen wird der CO2-arme Energieträger gerne eingesetzt.“
Vier Monate baute die EVM mit innovativen Verfahren an der Erdgasleitung. Der Netzausbau kostete über 500.000 Euro. Einen ähnlich hohen Betrag haben Wotan Zement und Müllerkalk für ihre Umrüstung ausgegeben. Die Umstellung auf Erdgas erspart der Umwelt künftig jedes Jahr gut 1.000 Tonnen Kohlendioxid. Am 20. Dezember wurde der Probebetrieb von Leitung und Anlagen beendet und der Dauerbetrieb aufgenommen.
Die beiden Unternehmen Müllerkalk und Wotan Zement begrüßen die Investition der EVM in die neue Erdgasleitung. Müllerkalk hat drei seiner sechs Brennkammern des Kalkbrennofens von Flüssiggas, das bisher aus 100 Kilometer Entfernung mit Tanklastern antransportiert werden musste, auf Erdgas umgerüstet. Die anderen Brennkammern werden mit Kohle betrieben. Wotan Zement stellte die Hüttensand-Trocknungsanlage komplett von Öl auf Erdgas um. „Wir sind an langfristigen, nachhaltigen Lösungen interessiert“, sagte Jörg Ramcke, kaufmännischer Leiter von Müllerkalk und Wotan Zement. „Wir freuen uns, mit Erdgas einen Energieträger einsetzen zu können, der langfristig verfügbar und ökologisch sinnvoll ist.“ Der Umstieg bedeutet für die beiden Unternehmen eine wichtige Investition in die Zukunft, die es ermöglicht, wirtschaftlicher und auch umweltschonender als bisher zu arbeiten. „Immer mehr Industrieunternehmen setzen auf Erdgas. Kombiniert mit innovativer Technik ist es nicht nur umweltschonend, sondern auch preislich absolut konkurrenzfähig“, sagte Marian Schmidt, Leiter Netzservice West bei der EVM. Für den Umstieg wurde auch auf den Firmengeländen von Müllerkalk und Wotan Zement neue Infrastrukturen geschaffen: Firmen aus der Region verlegten insgesamt gut 950 Meter Erdgasrohrleitung und 2.500 Meter Kabelrohre zur Stromversorgung und datentechnischen Anbindung unter der Erde. Oberirdisch wurden noch einmal 100 Meter Erdgasleitung verlegt. Die acht sogenannten Ofenfahrer bei Müllerkalk erhielten umfassende Sicherheits- und Bedienungsschulungen.
Von Anfang Juli bis Oktober dauerten die Bauarbeiten an der Erdgasleitung. „Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit regionalen Tief- und Rohrbaufirmen und Spezialfirmen aus ganz Deutschland konnten wir die Arbeiten planmäßig und ohne Zwischenfälle durchführen“, betonte Marian Schmidt. Um die Baumaßnahme möglichst rasch abzuschließen, teilte die EVM die Strecke in drei Bauabschnitte, an denen gleichzeitig gearbeitet wurde. Verlegt wurde die Leitung mit dem modernen Verlegepflugverfahren. Diese Methode ist doppelt so schnell wie die Verlegung im offenen Graben und nur halb so teuer. Der Verlegepflug, gezogen von einer rund 17 Tonnen schweren Zugmaschine mit 480 PS, kann in einem Schritt einen Graben ziehen, die Leitungen verlegen, die Oberfläche wiederherstellen und verdichten. Zudem wird die Lage der Leitung sofort über GPS erfasst und in das Technische Informationssystem der EVM eingespeist. „Unsere Baumaßnahme wird sogar als Referenzprojekt bei den Wiesbadener Kunststoffrohrtagen 2012 vorgestellt“, informierte Marian Schmidt. Neben der Erdgasleitung wurde auch ein Leerrohr mitverlegt. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, das Leitungsnetz der Verbandsgemeinde Hillesheim mit dem schnellen Internet DSL auszubauen.
Die EVM fördert den Einsatz von Erdgas seit vielen Jahren – auch über Förderprogramme. EVM-Mitarbeiter pflegen im Auftrag der EVM Netz GmbH ein rund 4.400 Kilometer langes Erdgasnetz von der Belgischen Grenze, über weite Teile der Eifel, entlang der Rheinschiene bis nach Nordrhein-Westfalen. Jedes Jahr investiert das Unternehmen rund acht Millionen Euro in seine Leitungen und damit in die sichere Versorgung seiner Netzkunden.
Die EVM ist als umweltfreundlicher Dienstleister ausgezeichnet und zertifiziert. Sie bietet ihren 160.000 Kunden einen umfassenden und persönlichen Service. Insgesamt versorgt sie mit ihrer Unternehmenstochter Gasversorgung Westerwald GmbH (GVW) 255 Kommunen mit Erdgas. Zudem ist die EVM Stromgrundversorger in der Stadt Cochem und beliefert darüber hinaus Teile der Region mit Strom. Ihr obliegt auch die Betriebsführung mehrerer Wasser- und Abwasserwerke.
(Quelle: EVM)